Rennbericht Enna Pergusa
 
 
22.09.2002 - Endlich ging es wieder los, nach 7 Wochen Sommerpause! Ich glaub das waren zwei sehenswerte Rennen am letzten Wochenende mit sehr viel fairen Zweikämpfen, auf einer Strecke, die eigentlich nur aus Schikanen besteht. Da ich wieder einmal mit 30 kg Ballast unterwegs war, bin ich mit einem 4. und einem 3. Platz mehr als zufrieden.

 

Die Alfas scheinen für uns im Augenblick wieder unerreichbar, aber als bester BMW in der Meisterschaft darf man eigentlich nicht schimpfen!

1. freies Training
Am Ende des Trainings war ich fünfter, was eigentlich nicht so schlecht ist, wenn man bedenkt, dass wir uns in Enna auf Alfa-Terrain befanden und ich mit 30 kg. Ballast unterwegs war. Nach 8 Runden ist mir der Lichtmaschinenriemen abgesprungen. Da damit auch die Wasserpumpe angetrieben wird, ist natürlich die Wassertemperatur hoch gegangen und ich bin dann nur noch langsam ohne Motor in die Box gerollt um den Motor nicht kaputt zu machen. Meine Jungs haben den Riemen wirklich sauschnell gewechselt und ich konnte noch mal für eine Runde auf die Strecke. Einen richtigen Rhythmus hatte ich jedoch nach der ersten halben Stunden im freien Training noch nicht.
Über das zweite Training sollte man eigentlich gar nicht reden. In der ersten gezeiteten Runde bin ich gleich über einen Randstein gefahren und hab mir den Frontspoiler samt Ölkühler abgerissen, ich Depp. Damit war das zweite freie Training für die Tonne.

Qualifying
Für das schlechte freie Training das ich hatte, war ich mit dem Qualifying ziemlich zufrieden. Mit nur 3 Zehntel Sekunden Abstand auf meinen Teamkollegen Dirk Müller, konnte ich mich für den fünften Startplatz qualifizieren. Ich habe dabei jedoch alle meine drei Satz Reifen verbraucht. Allerdings hat das in Enna nicht soviel ausgemacht, da ich mit jedem Satz nur 2 Runden gefahren bin und endlich mal keinen Reifen mit einem Bremsplatten versehen habe! In der letzten Runde wollte ich dann noch mal alles rauspressen und habe mit dem Heck einen Reifenstapel berührt. Es hat mir aber nur die hintere Kotflügelverbreiterung abgerissen, das Auto war ansonsten ok.

1. Rennen
Eigentlich wie immer war der Start der BMW's sehr gut, so auch meiner. Ich konnte gleich einen Platz gutmachen und mich schon nach dem Start an die 4. Position setzen. In Runde 2 wurde ich dann von Roberto Colciago, der einen 3. Werksalfa fuhr, angegriffen. Roberto ist mir nach einer schnellen Schikane mit seinem Vorderrad auf mein Hinterrad gefahren und hat sich dabei einen Reifen kaputt gefahren. Der Rest dieses Rennens war für mich eher langweilig. Die beiden Alfas und mein Teamkollege Dirk konnten sich vorne leicht absetzten und ich hatte nach einigen Runden einen guten Abstand zu Fredrik Ekblom. So war dann auch der Zieleinlauf: Giovanardi, Larini, Dirk Müller und dann ich.

2. Rennen
Das zweite Rennen war für mich eines der spektakulärsten Rennen in meiner bisherigen Karriere! Wie immer wurden die ersten sechs des 1. Rennens für das 2. Rennen in umgekehrter Reihenfolge aufgestellt. Ich stand somit also auf Startplatz 3. Da vor mir Fabrizio de Simone und Fredrik Ekblom standen, die beide BMW fahren, hatte ich da natürlich keinen Startvorteil. Ich fuhr so als dritter in die erste Kurve. In der 1. Runde haben sich De Simone und Ekblom so hart bekämpft, dass sich dahinter eine richtige Schlange gebildet hatte.

In der zweiten Runde sind Fredrik und ich dann an de Simone vorbeigegangen, allerdings war da Giovanardi schon auf Position drei vorgefahren. In den nächsten 3 Runden musste ich dann wirklich hart kämpfen um mir Giovanardi vom Hals zu halten und andererseits den etwas langsameren Ekblom zu überholen. Das habe ich dann auch in Runde 5 geschafft. Ich konnte Freddy an der Aussenseite in der letzten Schikane vor Start und Ziel überholen. Leider wischte auch Giovanardi mit an Ekblom vorbei, so dass ich den Italiener weiterhin im Nacken hatte. Die Alfas waren auch hier in Enna wieder die mit Abstand schnellsten Autos auf den Geraden. Ich konnte Giovanardi dann noch drei Runden lang ziemlich spektakulär hinter mir halten, dabei hätte ich mich fast dreimal mit meinem Auto aufs Dach gelegt. Ende Start und Ziel konnte er mich dann aber drei Runden vor Ende des Rennens ausbremsen. Ich habe dann noch Colciago kampflos vorbeigelassen, da ich dachte, dass er am Ende des Rennens Larini wieder vorbei lassen muss, da Colciago ja nicht um die Meisterschaft kämpft. Dem war leider nicht so und so lag ich im Ziel auf einem guten dritten Platz!

Das nächste Rennen findet in 14 Tagen in Donington statt. Meiner Meinung nach hat sich der Veranstalter den falschen Monat ausgesucht um nach England zu gehen!
Ich hoffe aber, dass es keinen Nebel hat oder es nicht regnet. Auf jeden Fall sollte uns die Strecke wieder etwas besser liegen als Enna.

Bis zum nächsten Mal!

Euer Jörg