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Trainings
Im ersten zweistündigen Training am Freitag lief für
uns alles nach Plan. Jeder der 4 Fahrer, Dirk Müller, Claudia
Hürtgen, Marc Duez und ich mussten jeweils mindesten 2 Runden
fahren, um uns zu qualifizieren. Wir waren alle ungefähr auf
der selben Pace und haben dann noch ein bisschen mit der Abstimmung
vom Auto gespielt, da diese noch nicht so gut war, wie bei dem
Test auf der Nordschleife vor 2 Monaten. Wir haben gleich die sechstschnellste
Gesamtzeit gefahren, obwohl wir nie auf einer Runde unterwegs waren,
die wie im Qualifying extrem schnell sein sollte.
Für das
zweite Nachttraining haben wir dann schon unser komplettes Rennpaket
im Auto gehabt. Wir haben Motor, Getriebe, Hinterachse und die
gesamte Aufhängung erneuert. Aus diesem Grund sind wir im
Nachttraining auch etwas langsamer gewesen, da wir nichts mehr
riskieren wollten und das Auto ein wenig fürs Rennen schonen
mussten. Wir sind dann noch auf den achten Startplatz zurückgerutscht,
was aber für ein 24 Stunden Rennen eh wurscht ist. Rennen
Ich habe noch nie bei einem Rennen, das ich gefahren bin,
so eine Begeisterung von Fans gesehen, wie sie uns auf der Nordschleife
entgegengebracht wurde. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir die
meisten Fans an der Strecke hatten, und das motiviert natürlich
doppelt. Nach dem Start konnte ich mich direkt an Hans Stuck und
einem der beiden DTM Opel auf die 5. Position vorkämpfen.
Ich habe direkt gespürt, dass ich in einem Auto sitze, mit
dem man hier oben gewinnen kann. Ich habe dann noch versucht an
Volker Stryzek vorbeizugehen, der hat mich dann aber fast in die
Wiese gedrängt. Ich habe dann zurückgesteckt, das war
ja schließlich erst die erste Runde eines Langstreckenrennens.
Als ich dann auf die Nordschleife eingebogen bin, habe ich ein
leichtes Summen im Antriebsstrang gehört, habe mir aber nicht
viel weiter dabei gedacht. Beim Beschleunigen nach dem Adenauer
Forst hat es dann einen tierischen Schlag getan. Danach hatte ich
keinen Antrieb mehr. Ich bin dann nach der Breitscheid Brücke
ausgerollt. Sch.... habe ich nur gedacht, das kann es doch nicht
gewesen sein. Ich habe dann mit Charly Lamm telefoniert, der hat
mir gesagt, dass unser zweites Auto auch mit demselben Problem
schon auf der GP Strecke ausgefallen sei. Nach einer halben Stunde
kam dann ein Intervention Car, das mich bis zur Steilstrecke geschleppt.
Der Platz auf dem Nürburgring an dem der größte
BMW Fan, Captain Ahab steht. Der ist dann auch gleich ans Auto
gekommen und wollte meinen BMW schon zerlegen. Nach ca. 20 Minuten
kam dann ein zweites Sicherheitsfahrzeug, welches mich bis zum
Pflanzgarten geschleppt hat. Da standen dann auch schon meine Mechaniker,
die das Auto zurück in die Box gebracht haben. Dort wurde
dann das Getriebe gewechselt.
Wir haben für die Einführungsrunde
Trockeneis in den Kühlerschacht gelegt, damit der Motor beim
langsamen Fahren nicht überhitzt. Das Trockeneis hat uns dabei
den Getriebekühler zerrissen, obwohl wir diese Prozedur eine
Woche vorher in Hockenheim schon durchgespielt haben. Da ist nichts
passiert. Mit 1,5 Stunden und 12 Runden Rückstand, sind wir
dann wieder voll Motiviert ins Rennen gegangen. In den nächsten
paar Stunden, vor allem in der Nacht konnten wir dann 4 Runden
auf den Führenden wieder gut machen und waren um 10 Uhr morgens
schon wieder auf dem sechsten Gesamtrang. Ich war dann um 12 Uhr
wieder dran. Im Turn vor mit ist Marc Duez ein kleineres Auto in
die Seite gefahren, was wohl unsere Servolenkung beschädigt
hat. Diese hat langsam Flüssigkeit verloren. Ich habe dann
in meinem Turn wahnsinnige Lenkverhärtungen gehabt, die immer
schlimmer wurden. Bei einem Überholvorgang ist mir dann auf
einer Bodenwelle das Lenkrad fast aus der Hand gerutscht. Dadurch
habe ich mir ein Hinterrad kaputt gefahren. Das andere Auto konnte
leider nicht mehr weiterfahren. Ich habe mich dann mit einem Platten
noch an die Box gerettet und Dirk hat das Auto übernommen.
Bei der Aktion haben wir einen Platz verloren, den Dirk aber gleich
wieder gut machen konnte.
Bei einem Überrundungsmanöver
ist Dirk dann von einem langsameren Auto von der Strecke gedrückt
worden und er ist hart in die Leitplanke eingeschlagen. Das war
dann leider das Aus für uns, eine Stunde vor Rennende.
Ich habe das Rennen vor dieser Zuschauerkulisse auf jeden Fall
wahnsinnig genossen. Ich glaube auch, alle Fans von BMW und der
Nordschleife haben gesehen, dass wir alles gegeben haben und dass
wir bis zum Schluss gekämpft haben. Ich weiß, dass wir
mit unserem BMW GTR ein Auto hatten, mit dem man hätte gewinnen
können und deshalb hoffe ich, dass wir im nächsten Jahr
wieder dabei sind, und dann hoffentlich mit einem besseren Ausgang
auf der Grünen Hölle in der Eifel.
Quicklink: Die Fotos zum 24 Stunden Rennen auf dem Nürburgring
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