Es hat leider nicht sollen sein
 
01.06.2003 - Bei meinem diesjährigen Highlight, den 24 Stunden auf dem Nürburgring sind wir leider nach einem Unfall, der durch ein zu überrundendes Auto ausgelöst worden ist, 2 Stunden vor Rennende an 6. Position liegend ausgefallen.
 

Trainings
Im ersten zweistündigen Training am Freitag lief für uns alles nach Plan. Jeder der 4 Fahrer, Dirk Müller, Claudia Hürtgen, Marc Duez und ich mussten jeweils mindesten 2 Runden fahren, um uns zu qualifizieren. Wir waren alle ungefähr auf der selben Pace und haben dann noch ein bisschen mit der Abstimmung vom Auto gespielt, da diese noch nicht so gut war, wie bei dem Test auf der Nordschleife vor 2 Monaten. Wir haben gleich die sechstschnellste Gesamtzeit gefahren, obwohl wir nie auf einer Runde unterwegs waren, die wie im Qualifying extrem schnell sein sollte.

Für das zweite Nachttraining haben wir dann schon unser komplettes Rennpaket im Auto gehabt. Wir haben Motor, Getriebe, Hinterachse und die gesamte Aufhängung erneuert. Aus diesem Grund sind wir im Nachttraining auch etwas langsamer gewesen, da wir nichts mehr riskieren wollten und das Auto ein wenig fürs Rennen schonen mussten. Wir sind dann noch auf den achten Startplatz zurückgerutscht, was aber für ein 24 Stunden Rennen eh wurscht ist.

Rennen
Ich habe noch nie bei einem Rennen, das ich gefahren bin, so eine Begeisterung von Fans gesehen, wie sie uns auf der Nordschleife entgegengebracht wurde. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir die meisten Fans an der Strecke hatten, und das motiviert natürlich doppelt. Nach dem Start konnte ich mich direkt an Hans Stuck und einem der beiden DTM Opel auf die 5. Position vorkämpfen. Ich habe direkt gespürt, dass ich in einem Auto sitze, mit dem man hier oben gewinnen kann. Ich habe dann noch versucht an Volker Stryzek vorbeizugehen, der hat mich dann aber fast in die Wiese gedrängt. Ich habe dann zurückgesteckt, das war ja schließlich erst die erste Runde eines Langstreckenrennens.

Als ich dann auf die Nordschleife eingebogen bin, habe ich ein leichtes Summen im Antriebsstrang gehört, habe mir aber nicht viel weiter dabei gedacht. Beim Beschleunigen nach dem Adenauer Forst hat es dann einen tierischen Schlag getan. Danach hatte ich keinen Antrieb mehr. Ich bin dann nach der Breitscheid Brücke ausgerollt. Sch.... habe ich nur gedacht, das kann es doch nicht gewesen sein. Ich habe dann mit Charly Lamm telefoniert, der hat mir gesagt, dass unser zweites Auto auch mit demselben Problem schon auf der GP Strecke ausgefallen sei. Nach einer halben Stunde kam dann ein Intervention Car, das mich bis zur Steilstrecke geschleppt. Der Platz auf dem Nürburgring an dem der größte BMW Fan, Captain Ahab steht. Der ist dann auch gleich ans Auto gekommen und wollte meinen BMW schon zerlegen. Nach ca. 20 Minuten kam dann ein zweites Sicherheitsfahrzeug, welches mich bis zum Pflanzgarten geschleppt hat. Da standen dann auch schon meine Mechaniker, die das Auto zurück in die Box gebracht haben. Dort wurde dann das Getriebe gewechselt.

Wir haben für die Einführungsrunde Trockeneis in den Kühlerschacht gelegt, damit der Motor beim langsamen Fahren nicht überhitzt. Das Trockeneis hat uns dabei den Getriebekühler zerrissen, obwohl wir diese Prozedur eine Woche vorher in Hockenheim schon durchgespielt haben. Da ist nichts passiert. Mit 1,5 Stunden und 12 Runden Rückstand, sind wir dann wieder voll Motiviert ins Rennen gegangen. In den nächsten paar Stunden, vor allem in der Nacht konnten wir dann 4 Runden auf den Führenden wieder gut machen und waren um 10 Uhr morgens schon wieder auf dem sechsten Gesamtrang. Ich war dann um 12 Uhr wieder dran. Im Turn vor mit ist Marc Duez ein kleineres Auto in die Seite gefahren, was wohl unsere Servolenkung beschädigt hat. Diese hat langsam Flüssigkeit verloren. Ich habe dann in meinem Turn wahnsinnige Lenkverhärtungen gehabt, die immer schlimmer wurden. Bei einem Überholvorgang ist mir dann auf einer Bodenwelle das Lenkrad fast aus der Hand gerutscht. Dadurch habe ich mir ein Hinterrad kaputt gefahren. Das andere Auto konnte leider nicht mehr weiterfahren. Ich habe mich dann mit einem Platten noch an die Box gerettet und Dirk hat das Auto übernommen. Bei der Aktion haben wir einen Platz verloren, den Dirk aber gleich wieder gut machen konnte.

Bei einem Überrundungsmanöver ist Dirk dann von einem langsameren Auto von der Strecke gedrückt worden und er ist hart in die Leitplanke eingeschlagen. Das war dann leider das Aus für uns, eine Stunde vor Rennende.

Ich habe das Rennen vor dieser Zuschauerkulisse auf jeden Fall wahnsinnig genossen. Ich glaube auch, alle Fans von BMW und der Nordschleife haben gesehen, dass wir alles gegeben haben und dass wir bis zum Schluss gekämpft haben. Ich weiß, dass wir mit unserem BMW GTR ein Auto hatten, mit dem man hätte gewinnen können und deshalb hoffe ich, dass wir im nächsten Jahr wieder dabei sind, und dann hoffentlich mit einem besseren Ausgang auf der Grünen Hölle in der Eifel.

Quicklink: Die Fotos zum 24 Stunden Rennen auf dem Nürburgring