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Freies Training
Mein Auto war eigentlich von Anfang
an gut und deshalb war ich nach 4 gefahrenen Runden auch gleich
schnellster. Man muss dazu
sagen, dass ich ohne Gewicht unterwegs war, was die Sache etwas
einfacher macht. Wir haben dann eine kleine Veränderung am
hinteren Stabi gemacht und ich konnte noch einmal 2 Runden fahren
und mich um weitere 5zehntel Sekunden steigern. Bei einer Gelbphase
habe ich dann etwas langsamer gemacht. Da kam von hinten Tom Coronel
aufgelaufen. Auf der Gegengeraden bin ich dann vom Gas gegangen
um Tom vorbeizulassen. Der ist allerdings sehr nah an mir vorbeigefahren
und hat mich mit seinem Hinterrad an meinem Vorderrad getroffen.
Ein blödes Missverständnis, bei dem ich dann nach links
auf die Weise abgebogen bin. Da es am Freitag noch geregnet hatte
war die Wiese nass und ich hatte keine Chance zu bremsen oder zu
lenken mit den Slicks. Ich bin mit ca. 140Sachen in die Mauer eingeschlagen.
Das Auto war vorne links so beschädigt, dass ich eigentlich
nicht mehr damit gerechnet habe, an diesem Wochenende überhaupt
noch fahren zu können. Der Samstag war auf jeden Fall gelaufen.
Wir haben das Auto dann in unserer Box auseinadergenommen. Eigentlich
war alles hin. Der Motor, das Getriebe, die Hinterachse. Der vordere
Raddom war einige Zentimeter nach unten und nach innen gestaucht
und sogar der Kardantunnel hatte zwei dicke Falten geworfen. Das
Team hat dann einen Reparaturbetrieb in Nottingham ausfindig gemacht.
Wir sind mit dem verbogenen Chassi dann in die Werkstatt gefahren,
in der zwei super motivierte Karosserieschlosser auf meine „Banane“ gewartet
haben. Die Jungs von BMW Sytner haben dann gleich losgelegt den
Vorderwagen rauszutrennen, und durch Neuteile zu ersetzen. Um ein
Uhr nachts war der Wagen dann wieder auf der Rennstrecke und meine
Jungs haben die ganze Nacht durchgeschraubt und alles wieder zusammengebaut.
Zum Warm up am nächsten Morgen stand mein Auto dann wieder
fast wie neu da, zumindest von außen! Der Wagen lief auch
wirklich gut und ich konnte im Warm up gleich die schnellste Zeit
fahren. Da ich kein Quali gefahren war und einen neuen Motor im
Auto hatte, musste ich allerdings von hinten starten. 1. Rennen
Ich hatte ja nichts zu verlieren, eigentlich wollte
ich das dass Auto das Ziel sieht und dann mit ein paar Punkten
auf den Friedhof
geht. Außerdem sollte ja auch die wahnsinns-Arbeit vom Team
irgendwie honoriert werden. Mein Start war wieder echt gut und
ich habe auf der Start und Zielgeraden schon 5 oder 6 Autos überholt.
Danach habe ich mich dann brav eingereiht und habe gemerkt das
dass Auto echt noch gut ging. Im verlaufe des Rennens habe ich
dann ein paar echt tolle und faire Zweikämpfe gehabt und schon
war ich vierter. Vorne sind sich auch einige Autos gegenseitig
reingefahren und ausgefallen, was mir das Leben ein bisschen einfacher
gemacht hat. Mit dem 4. Platz in Rennen eins war die Pflicht eigentlich
erledigt und 5 Punkte auf meinem Konto.
2. Rennen
Jetzt konnte ich richtig angasen. Nachdem wie in jedem
Rennen die ersten acht in umgekehrter Reihenfolge starten müssen,
startetet ich von Platz 5. Vor mir standen zwei Alfas, 1 Volvo
und auf der Poleposition war Huismann. Mein Start war wieder wie
der einer Ariane-Rakete und ich war in Turn 1 schon gleich auf
Platz zwei. In der zweiten Runde habe ich dann Duncan Huismann
nach der Gegengeraden überholt und konnte mich auch gleich
ein wenig absetzen. Das Rennen war dann, nachdem ich ca. zwei Sekunden
Vorsprung hatte einigermaßen gut zu kontrollieren, obwohl
ich auch komplett am Limit unterwegs war, da meine Reifen etwas
abgebaut haben . Mit diesem Sieg im zweiten Lauf konnte ich mich
wieder an die zweite Position in der EM setzen mit nur drei Punkten
Rückstand auf Tarquini. Nach einmal tausend Dank an mein Team,
das mir in einer Nachtschicht das Auto wieder hergerichtet hat
und denen diese Punkte zu verdanken sind.
In Spa sind es dann wieder 40 kg, die ich an Bord habe, aber mit
dem Gewichtsmodus dieses Jahr muss man taktisch eh viel mehr aufpassen.
Wir müssen jetzt einmal schauen, ob es in Spa besser ist viele
oder wenige Punkte zu machen. Man muss versuchen den Anschluss
an die Spitze in der Punktewertung zur halten, aber mit wenig Gewicht
unterwegs sein. Mal schauen!
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