.... und jetzt bin ich wieder Zweiter in der Meisterschaft
 
29.06.2003 - Nachdem ich im 1. freien Training in Donington mein Auto recht heftig zerstört habe und meine Mechaniker dadurch die ganze Nacht durchschrauben mussten, konnte ich mich in den Rennen mit einem 4. Platz und einem Sieg für die Arbeit bedanken. Damit habe ich mich wieder auf die 2. Position in der Meisterschaft vorgearbeitet.
 

Freies Training
Mein Auto war eigentlich von Anfang an gut und deshalb war ich nach 4 gefahrenen Runden auch gleich schnellster. Man muss dazu sagen, dass ich ohne Gewicht unterwegs war, was die Sache etwas einfacher macht. Wir haben dann eine kleine Veränderung am hinteren Stabi gemacht und ich konnte noch einmal 2 Runden fahren und mich um weitere 5zehntel Sekunden steigern. Bei einer Gelbphase habe ich dann etwas langsamer gemacht. Da kam von hinten Tom Coronel aufgelaufen. Auf der Gegengeraden bin ich dann vom Gas gegangen um Tom vorbeizulassen. Der ist allerdings sehr nah an mir vorbeigefahren und hat mich mit seinem Hinterrad an meinem Vorderrad getroffen. Ein blödes Missverständnis, bei dem ich dann nach links auf die Weise abgebogen bin. Da es am Freitag noch geregnet hatte war die Wiese nass und ich hatte keine Chance zu bremsen oder zu lenken mit den Slicks. Ich bin mit ca. 140Sachen in die Mauer eingeschlagen. Das Auto war vorne links so beschädigt, dass ich eigentlich nicht mehr damit gerechnet habe, an diesem Wochenende überhaupt noch fahren zu können. Der Samstag war auf jeden Fall gelaufen.

Wir haben das Auto dann in unserer Box auseinadergenommen. Eigentlich war alles hin. Der Motor, das Getriebe, die Hinterachse. Der vordere Raddom war einige Zentimeter nach unten und nach innen gestaucht und sogar der Kardantunnel hatte zwei dicke Falten geworfen. Das Team hat dann einen Reparaturbetrieb in Nottingham ausfindig gemacht. Wir sind mit dem verbogenen Chassi dann in die Werkstatt gefahren, in der zwei super motivierte Karosserieschlosser auf meine „Banane“ gewartet haben. Die Jungs von BMW Sytner haben dann gleich losgelegt den Vorderwagen rauszutrennen, und durch Neuteile zu ersetzen. Um ein Uhr nachts war der Wagen dann wieder auf der Rennstrecke und meine Jungs haben die ganze Nacht durchgeschraubt und alles wieder zusammengebaut. Zum Warm up am nächsten Morgen stand mein Auto dann wieder fast wie neu da, zumindest von außen! Der Wagen lief auch wirklich gut und ich konnte im Warm up gleich die schnellste Zeit fahren. Da ich kein Quali gefahren war und einen neuen Motor im Auto hatte, musste ich allerdings von hinten starten.

1. Rennen
Ich hatte ja nichts zu verlieren, eigentlich wollte ich das dass Auto das Ziel sieht und dann mit ein paar Punkten auf den Friedhof geht. Außerdem sollte ja auch die wahnsinns-Arbeit vom Team irgendwie honoriert werden. Mein Start war wieder echt gut und ich habe auf der Start und Zielgeraden schon 5 oder 6 Autos überholt. Danach habe ich mich dann brav eingereiht und habe gemerkt das dass Auto echt noch gut ging. Im verlaufe des Rennens habe ich dann ein paar echt tolle und faire Zweikämpfe gehabt und schon war ich vierter. Vorne sind sich auch einige Autos gegenseitig reingefahren und ausgefallen, was mir das Leben ein bisschen einfacher gemacht hat. Mit dem 4. Platz in Rennen eins war die Pflicht eigentlich erledigt und 5 Punkte auf meinem Konto.


2. Rennen

Jetzt konnte ich richtig angasen. Nachdem wie in jedem Rennen die ersten acht in umgekehrter Reihenfolge starten müssen, startetet ich von Platz 5. Vor mir standen zwei Alfas, 1 Volvo und auf der Poleposition war Huismann. Mein Start war wieder wie der einer Ariane-Rakete und ich war in Turn 1 schon gleich auf Platz zwei. In der zweiten Runde habe ich dann Duncan Huismann nach der Gegengeraden überholt und konnte mich auch gleich ein wenig absetzen. Das Rennen war dann, nachdem ich ca. zwei Sekunden Vorsprung hatte einigermaßen gut zu kontrollieren, obwohl ich auch komplett am Limit unterwegs war, da meine Reifen etwas abgebaut haben . Mit diesem Sieg im zweiten Lauf konnte ich mich wieder an die zweite Position in der EM setzen mit nur drei Punkten Rückstand auf Tarquini. Nach einmal tausend Dank an mein Team, das mir in einer Nachtschicht das Auto wieder hergerichtet hat und denen diese Punkte zu verdanken sind.

In Spa sind es dann wieder 40 kg, die ich an Bord habe, aber mit dem Gewichtsmodus dieses Jahr muss man taktisch eh viel mehr aufpassen. Wir müssen jetzt einmal schauen, ob es in Spa besser ist viele oder wenige Punkte zu machen. Man muss versuchen den Anschluss an die Spitze in der Punktewertung zur halten, aber mit wenig Gewicht unterwegs sein. Mal schauen!