Zweimal in den Punkten
 
02.05.2004 – Eine Poleposition und tolle Punkteausbeute mit einem zweiten und einem vierten Platz in Frankreich waren für mich an diesem Wochenende schon o.k Mit so einem starken Teamkollegen wie Dirk, war es im ersten Rennen mit 10 kg mehr wie Dirk an Bord fast nicht möglich zu gewinnen.
 

Freies Training
Eigentlich ist es für mich schon im ersten freien Training, trotz der alten Schlappen, die ich noch von Valencia hatte und die nicht mehr ganz rund waren, recht gut gelaufen. Da es an einigen Stellen der Strecke noch nass war bin ich nach drei Runden wieder reingekommen und erst die letzten acht Minuten wieder raus. Dabei konnte ich mich in meiner letzten Runde auf die zweite Position schieben. Am Auto haben wir noch nichts verändert, da sich die Verhältnisse auf der Strecke von Minute zu Minute verbessert haben.

1. Freies Training
Meine Reifen waren jetzt schon komplett fratze, da im ersten freien Training mein altes Problem mit den Bremsplatten wieder aufgetaucht ist und ich an einigen Stellen schon auf dem Leinen war. Wir haben trotzdem noch zwei verschiedene Einstellungen der Dämpfer versucht und da dann auch einen kleinen Fortschritt gemacht. Ich bin dann auch nur auf der siebten Position gelandet. Man kann sich ja vorstellen, dass ein Reifen ohne Gummi nicht mehr auf dem Asphalt klebt.

Qualifying
Wir haben am Auto fürs Quali die Federn auf der Hinterachse gewechselt um mein nervöses Heck ein bisschen besser in den Griff zu bekommen. Ich bin noch einmal kurz mit den alten Reifen raus um das Auto zu checken. Für die neuen Reifen haben wir dann den hinteren Stabi noch ein bisschen härter gemacht. Mit dem ersten Satz Reifen konnte ich dann schon die bis zu dem Zeitpunkt schnellste Runde fahren. Als wir in der Box waren bin ich wieder auf den dritten Platz zurück gefallen. Mit dem zweiten Satz neue Reifen hat es dann richtig gut geklappt. Ich habe meinen Boliden.... der heißt in diesem Jahr übrigens Schackline, wie das Pferd aus dem Schuh des Manitu ... auf die Pole Position gestellt. Ich war ein bisschen verwundert, dass die Alfas nicht vorne waren. Als ich aber im freien Training einmal hinter Fafus gefahren bin, habe ich festgestellt , dass sie nicht mehr den Qualm der ersten beiden Rennen unter der Haube haben. Die Voraussetzungen waren also echt Klasse, aber die ersten 11 Autos waren in nur einer Sekunde. Also das Rennen wird wohl echt hart.

Warm Up
Für das Warm Up haben wir noch einmal etwas an den hinteren Stoßdämpfern und am hinteren Stabi verändert. Der Schuss ging aber leider nach hinten los und mein Auto war schlechter als im Quali. Da das Warm up aber nur 15 Minuten lang ist kann man fast nicht mehr in die Box kommen um noch eine Veränderung durchzuführen. So bin ich auf Position 5 gelandet.

1. Rennen
Dirk und ich sind aus der ersten Reihe wirklich wieder super vom Start weggekommen. Der Starter hat die roten Ampeln wirklich schon nach einer halben Sekunde ausgemacht und der Rest des Feldes hat wohl ein bisschen gepennt. Nach der ersten Runde war ich dann schon fast zwei Sekunden vor Dirk und Dirk über fünf Sekunden vor dem Rest des Feldes. In der Haarnadelkurve hatte dann ein Auto Öl verloren. Das ist immer blöd, wenn man als erster an so einer Stelle vorbei kommt. Nach zwei Runden war Dirk dann wieder knapp hinter mir. Meine Hinterreifen haben dann angefangen abzubauen und wieder in der Haarnadelkurve ist mir dann in der achten Runde die Hinterachse stehen geblieben. Ich musste eine weite Linie fahren und Dirk konnte innen an mir vorbeischlüpfen. Dirk war den Rest des Rennens ein kleines bisschen schneller als ich. Wenn mach sich vorstellt das 40 kg ca. 4 Zehntel Sekunden in der Rundenzeit ausmachen sind die 10 kg die ich mehr im Auto hatte als Dirk auch ungefähr eine Zehntel Sekunde.
Ich war trotzdem mit meinem zweiten Platz sehr zufrieden, da es am Anfang der Saison darauf ankommt immer in die Punkte zu fahren.

2. Rennen
Den Start des zweiten Rennens habe ich ein bisschen verpennt. In der zweiten Kurve hatte ich schon einen Platz verloren und war auf der achten Position. In der dritten Kurve, der Adilaide Haarnadelkurve ging es vor mir dann rund. Antonio Garcia ist von einem Alfa berührt worden und hat daraufhin auch Dirk getroffen, der in die Wiese musste. Ich konnte dann innen vorbei, an drei Autos auf die fünfte Position fahren. In der zweiten Runde habe ich hinten links meine Scheibe verloren was mir Topspeed gekostet hat und es mir unmöglich gemacht hat die Alfas anzugreifen. Ich war dann hinter diesem Alfa-Zug. Drei Runden vor Schluss konnte ich Giovanardi in einen dicken Fehler treiben und innen vorbeifahren. In der letzten Runde hatte ich dann noch ein AHA Erlebnis. Es fing an zu Regnen und ich wollte mir noch Fafus im Alfa schnappen. Ich habe es dann ein bisschen übertrieben und bin ins Gras. Das Auto konnte ich aber Gott sei Dank noch halten und bis als vierter durchs Ziel.

Das einzig Traurige an dem Ergebnis in Magny Cours ist das ich bei einem unserer Heimrennen in Hockenheim meine Hütte voll habe und mit 40 kg unterwegs sein werde. Es wird schwer werden aber kämpfen werde ich in Deutschland wieder wie ein Großer.

Bis bald
Jörg