1. freies Training
Leider muss ich erst einmal sagen, dass für mich an der Strecke
in Hockenheim noch etwas getan werde muss. Man ist schneller wenn
man neben der Strecke fährt, als darauf. Das kommt durch die
großen Auslaufzonen, die man für die Formel 1 gebaut
hat und die man mit einem Tourenwagen voll als Rennstrecke mitbenutzt.
In der Fahrerbesprechung hat uns unser Rennleiter gesagt, dass
wir immer mit zwei Rädern auf der Strecke bleiben müssen.
Das habe ich im ersten freien Training dann auch gemacht und bin
dafür mit Platz 13 belohnt worden. Nach dem Training sind
Dirk und ich dann zu unserem Rennleiter. Der hat uns gesagt, dass
er es bei so vielen Autos nicht mehr kontrollieren könnte
wer auf und neben der Strecke fährt.
2. freies Training
Diese Aussage des Rennleiters hieß für uns dann freies
Blasen und jeden Zentimeter der Strecke... und auch der Auslaufzonen...
zu nutzen. Im ersten freien Training haben wir ein bisschen mit
der hinteren Feder rumgespielt und im zweiten freien Training die
Stabilisatoren ein wenig angepasst. So richtig unzufrieden war
ich mit meinem Auto in Hockenheim eigentlich nie. Einzig meine
Zusatzgewicht war beim Bremsen und beim Beschleunigen recht stark
zu spüren. Das zweite freie Training habe ich dann mit Platz
sechs abgeschlossen.
Quali
Für das Zeittraining haben wir noch eine kleine Veränderung
an den Stabilisatoren und an den hinteren Dämpfern gemacht.
Ich habe dann am Anfang des Zeittrainings das Auto noch einmal
auf alten Reifen kontrolliert und das Set-Up war echt gut. Mit
meinem ersten neuen Satz Reifen konnte ich dann auch gleich die
bis dahin viert beste Zeit fahren. Tja, mit meinem zweiten Satz,
der normalerweise immer schneller ist, da man sich erst an den
Grip gewöhnen muss, konnte ich mich leider nicht verbessern.
Ich hatte in beiden Runden leichten Verkehr, was mir jeweils ein
bis zwei Zehntel Sekunden gekostet hat. Am Ende ist es dann Platz
10 geworden. Damit konnte ich aber echt zufrieden sein, weil ich
nur fünf Zehntel langsamer war als der Mann auf der Pole.
Warm up
Auch im Warm Up war ich von der Platzierung her wieder nur unter
ferner liefen. Das hat mir aber nichts ausgemacht, da der Abstand
zur Spitze von der Zeit her wieder nur klein war und laut einer
Simulation am Computer die 40 kg Ballast ungefähr sechs
Zehntel Sekunden ausmachen. Also hieß es im Rennen zu kämpfen
wie ein Löwe.
1. Rennen
Mein Start war so weit o.k. Was mich nur gewundert hat wat das
die Alfa Romeos mittlerweile genauso gut starten wie wir. Ich
konnte bis zur zweiten Kurve nur einen Platz gut machen und bin
als neunter auf die Gegengeraden in Richtung Spitzkehre. Vor
mir war ein ziemliches durcheinander. Ich war direkt hinter den
Alfas von Tarquini und Farfus und hatte da einen echten Logenplatz
für das Alfa-Drama von Hockenheim. Beim Bremsen waren Tarquini
und Farfus nebeneinander. Fafus hat dann versucht seinen Teamkollegen
nach innen abzudrängen, wie ich es in meinem Leben noch
nie gesehen habe. Bei dem Schlenker von Farfus gegen Tarquini
haben
sich die beiden Autos dann berührt und Tarquini ist mit
seinem Hinterrad über das Vorderrad von Farfus aufgestiegen.
Tarquini ist dann geradeausgeschossen und seine Bremse hieß nicht
Leitplanke sondern Teamkollege Nr. 3 - Giovanardi. Alle drei
Alfas hatten sich damit selbst eliminiert und ich konnte innen
vorbei
auf die fünfte Position schlüpfen. Danach hatte ich
noch einige Runden mit Frank Diefenbacher zu kämpfen, der
hier in Hockenheim, wie übrigens alle drei Seats echt schnell
unterwegs waren. In Runde sieben konnte ich Frank in der Spitzkehre
ausbremsen und auf Platz vier vorfahren. Ich konnte dann noch
eine Lücke auf Jordi Gene zufahren, aber ihn nicht mehr überholen.
Platz vier im ersten Rennen war dann die fünfte Startposition
für das zweite Rennen.
2. Rennen
Gleich nach dem Start konnte ich mich in der Spitzkehre an die
zweite Position setzen. Aus welchem Kuddelmuddel das so schnell
ging weiß ich auch nicht mehr genau. Wenn in der Startphase
so viele Autos um einen herum sind, versucht man einfach nur
jede Lücke zu nutzen, ohne Kontakt mit einem Konkurrenten
zu haben. Vor mir war nur noch Antonia Garcia der mit seinem
BMW ohne Gewicht
unterwegs war. Die Lücke zu ihm konnte ich mit meinen neuen
Reifen, die ich mir für den zweiten Lauf aufgespart hatte,
recht schnell zufahren. Zum Überholen hatte ich aber eigentlich
keine Chance, da Antonio mir ohne Gewicht auf den Geraden immer
wieder weggefahren ist. Ab der fünften Runde ist Garcia
aber dann ziemlich nervös geworden und hat viele Fehler
gemacht, so dass hinter mir auch Dirk, mein Teamkollege, aufschließen
konnte. In der siebten Runde konnte ich dann einen richtigen
groben Fehler von Antonio ausnutzen und in Führung gehen.
Eine Runde später ist dann auch Dirk an Garcia vorbeigegangen
und wir hatten eine BMW Deutschland Doppelführung. In der
letzten Runde hatte ich einen kleinen Quersteher auf die lange
Gegengerade und Dirk konnte sich neben mich setzen. Wir haben
dann noch ein paar Windschattenspiele gemacht und sind nebeneinander
auf die Spitzkehre zu. Ich hatte die etwas bessere Linie, da
ich auf der Innenseite der Kurve war und konnte meine Führung
beim Rausbeschleunigen halten. Dirk musste einen weiteren Weg
fahren und so konnte Antonio Garcia noch innen an Dirk vorbeischlüpfen.
Das war mein ersten Sieg, den ich mit 40 kg Ballast einfahren
konnte.
Ich führe jetzt nach Hockenheim mit zwei Punkten Vorsprung
vor Dirk in der Meisterschaft. Beim nächsten Rennen in Brünn,
in zwei Wochen, haben wir dann beide 40 kg in unseren Boliden.
Ich hoffe jetzt den Rest der Saison 40 kg an Bord zu haben, denn
das
würde heißen, dass ich in der Meisterschaft vorne bleibe.
Schöne Grüße
Meister „40kg“
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