Eigentlich wären 2 Punkte genug gewesen !
 
31.05.2004 – Da ich mir in Brünn durch mein Ballastgewicht wieder keine großen Chancen ausgerechnet habe, war mein Ziel in der Tschechei nicht wie im letzten Jahr leer auszugehen.
 

Zwei Punkte hätten im letzten Jahr die Meisterschaft für mich bedeutet und deshalb bin ich mit einem 7. und einem vierten Platz und somit mit sieben Punkten echt zufrieden.

1. freies Training
Wie schon so oft hatte ich mit dem Heck meines Boliden zu kämpfen, das mal wieder nicht so wollte wie ich. Speziell in Brünn wo es nur auf ein gutes Fahrwerk ankommt, haben sich so die Probleme mit meinem Auto in der Rundenzeit stark bemerkbar gemacht. Mit Platz 9 war ich echt nicht zufrieden, da ich über einer Sekunde langsamer war als die schnellste Zeit im ersten freien Training.

2. freies Training
Platz fünf im zweiten freien Training war dann auch nur Augenwischerei, weil ich wieder über einer Sekunde hinter dem Schnellsten war. Wir haben einiges an unserem Auto verändert aber das Fahrverhalten blieb eigentlich immer gleich. Mein Heck war schlecht und deshalb konnte ich erst sehr spät ans Gas gehen. Den Schwung den man dadurch verliert, nimmt man mit auf jede Gerade und verliert so Kurve für Kurve Zeit.

Quali
Na ja, wir haben zwar hart an unserem Auto gearbeitet aber gefruchtet hat es nicht richtig. So kam dann im Quali auch nur Platz 11 heraus. Selbst die neuen Reifen konnten unser nervöses Heck nicht bändigen und ich bin in meiner schnellen Runde mehr rumgeschleudert als gefahren. Um Platz 11 zu erreichen musst eich sogar zwei meiner drei Satz neuen Reifen opfern.

Warm Up
Wir hatten dann eine recht lange Nacht um heraus zu bekommen wo unser Problem liegt. Normalerweise verändert man nur kleine Sachen am Fahrwerk, aber da wir unser Wibbly Wobbly Heck so nicht in den Griff bekommen konnten haben wir für das Warm Up das Auto komplett umgestellt. Was soll ich noch sagen, das Problem war immer noch das selbe. Platz sieben im Warm Up mit dem gleichem Abstand von über einer Sekunde war deshalb für mich nix. Man könnte leicht sagen, dass das Zusatzgewicht von 40 Kg, welches ich an Bord hatte, das Problem ist. Leider war mein Teamkollege Dirk, der mit dem gleichen Gewicht unterwegs war wie ich konstant siebenzehntel Sekunden schneller und hatte kein Problem mit einer schlechten Hinterachse.

1. Rennen
Wir haben dann etwas gemacht, das für einen Rennfahrer wohl die größte Ohrfeige ist die man bekommen kann. Wir haben Dirks Fahrwerkseinstellung 1 zu 1 kopiert. Mein Start war wie gewohnt wieder klasse. Ich konnte auf der ersten Geraden schon an Frank Diefenbacher, Farfus und Tarquini vorbeigehen und die achte Position halten. Im Verlauf des Rennens ist dann in der Spitzengruppe noch jemand ausgefallen und ich war auf Platz sieben. Die Spitzengruppe von vier Autos konnte sich absetzen und ich bin hinter Giovanardi und Tom Coronel festgesteckt. Ich hätte alleine wahrscheinlich etwas schneller fahren können wie die zwei Autos vor mir, hatte aber durch mein Zusatzgewicht nie wirklich eine Chance zu überholen. Da man das Zusatzgewicht hautsächlich beim Beschleunigen bemerkt, konnte Tom mir auf jeder Geraden immer ein paar Meter abnehmen. Leider war mein Auto aber auch mit Dirks Fahrwerksabstimmung genauso nervös wie vorher.

2. Rennen
Das einzig schöne an dem siebten Platz im ersten Rennen war die erste Startreihe für das zweite Rennen. Ich konnte nach einem guten Start dann auch gleich in Führung gehen und mich in der ersten Runde fast 1,4 Sekunden vom Zweitplatzierten Frank Diefenbacher absetzen. Als ich dann nach der ersten Runde in die erste Kurve nach Start und Ziel eingebogen bin, war ich richtig guter Dinge diese Rennen zu gewinnen. Bis .... mitte der Kurve mein Heck mal wieder lieber nach außen wollte als vorwärts zu fahren. Nach diesem Quersteher war mein Vorsprung auch gleich wieder weg. Ich habe dann wieder mal richtig mit meinem Boliden gekämpft um ihn auf der Straße zu halten und so konnten mich nach und nach Frank Diefenbacher, mein Teamkollege Dirk aufschnupfen. Vier Runden vor Schluss fing dann meine Servolenkung an auszusetzen, so dass mich auch noch Andy Priaulx überholen konnte. In den letzten zwei Runden war die Servounterstützung dann komplett weg, aber ich konnte ich noch ins Ziel retten. Platz vier war also das Ergebnis des zweiten Rennen und ich kann von Glück reden, dass ich noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen bin. Gewonnen hat übrigens mein Teamkollege Dirk, der richtig gut drauf war an diesem Wochenende.

Nach Halbzeit der Saison bin ich jetzt nur noch 3. in der Meisterschaft. Schön daran ist allerdings, dass mir meine Mechaniker für das nächste Rennen in Donnington nur noch 10 Kg Ballast in meinen Kofferraum schrauben müssen. Die Meisterschaft wird jetzt immer spannender, da jetzt auch die Seats siegfähig sind und es mittlerweile 10 Autos gibt, die ein Rennen gewinnen können. Wenn wir herausfinden was mit dem Heck meines Autos los ist, sollte ich in England auch nicht schlecht aussehen. Gewinnen macht halt schon mehr Spaß als auf die Punkte zu fahren.

Unsere nächste Veranstaltung ist allerdings das 24 Stunden Rennen auf dem Nürburgring. Ich werde mir da in 10 Tagen ein Auto mit Hans Joachim Stuck und Dirk teilen. Also, Daumen drücken !

Eurer Jörg

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