Zwei Punkte hätten im letzten Jahr
die Meisterschaft für mich bedeutet und deshalb bin ich
mit einem 7. und einem vierten Platz und somit mit sieben Punkten
echt zufrieden.
1. freies Training
Wie schon so oft hatte ich
mit dem Heck meines Boliden zu kämpfen,
das mal wieder nicht so wollte wie ich. Speziell in Brünn
wo es nur auf ein gutes Fahrwerk ankommt, haben sich so die Probleme
mit meinem Auto in der Rundenzeit stark bemerkbar gemacht. Mit
Platz 9 war ich echt nicht zufrieden, da ich über einer Sekunde
langsamer war als die schnellste Zeit im ersten freien Training.
2. freies Training
Platz fünf im zweiten freien Training war dann auch nur Augenwischerei,
weil ich wieder über einer Sekunde hinter dem Schnellsten
war. Wir haben einiges an unserem Auto verändert aber das
Fahrverhalten blieb eigentlich immer gleich. Mein Heck war schlecht
und deshalb konnte ich erst sehr spät ans Gas gehen. Den Schwung
den man dadurch verliert, nimmt man mit auf jede Gerade und verliert
so Kurve für Kurve Zeit.
Quali
Na ja, wir haben zwar hart an unserem Auto gearbeitet aber
gefruchtet hat es nicht richtig. So kam dann im Quali auch nur
Platz 11 heraus.
Selbst die neuen Reifen konnten unser nervöses Heck nicht
bändigen und ich bin in meiner schnellen Runde mehr rumgeschleudert
als gefahren. Um Platz 11 zu erreichen musst eich sogar zwei meiner
drei Satz neuen Reifen opfern.
Warm Up
Wir hatten dann eine recht lange Nacht um heraus zu bekommen
wo unser Problem liegt. Normalerweise verändert man nur kleine
Sachen am Fahrwerk, aber da wir unser Wibbly Wobbly Heck so nicht
in den Griff bekommen konnten haben wir für das Warm Up das
Auto komplett umgestellt. Was soll ich noch sagen, das Problem
war immer noch das selbe. Platz sieben im Warm Up mit dem gleichem
Abstand von über einer Sekunde war deshalb für mich nix.
Man könnte leicht sagen, dass das Zusatzgewicht von 40 Kg,
welches ich an Bord hatte, das Problem ist. Leider war mein Teamkollege
Dirk, der mit dem gleichen Gewicht unterwegs war wie ich konstant
siebenzehntel Sekunden schneller und hatte kein Problem mit einer
schlechten Hinterachse.
1. Rennen
Wir haben dann etwas gemacht, das für einen Rennfahrer wohl
die größte Ohrfeige ist die man bekommen kann. Wir haben
Dirks Fahrwerkseinstellung 1 zu 1 kopiert. Mein Start war wie gewohnt
wieder klasse. Ich konnte auf der ersten Geraden schon an Frank
Diefenbacher, Farfus und Tarquini vorbeigehen und die achte Position
halten. Im Verlauf des Rennens ist dann in der Spitzengruppe noch
jemand ausgefallen und ich war auf Platz sieben. Die Spitzengruppe
von vier Autos konnte sich absetzen und ich bin hinter Giovanardi
und Tom Coronel festgesteckt. Ich hätte alleine wahrscheinlich
etwas schneller fahren können wie die zwei Autos vor mir,
hatte aber durch mein Zusatzgewicht nie wirklich eine Chance zu überholen.
Da man das Zusatzgewicht hautsächlich beim Beschleunigen bemerkt,
konnte Tom mir auf jeder Geraden immer ein paar Meter abnehmen.
Leider war mein Auto aber auch mit Dirks Fahrwerksabstimmung genauso
nervös wie vorher.
2. Rennen
Das einzig schöne an dem siebten Platz im ersten Rennen war
die erste Startreihe für das zweite Rennen. Ich konnte nach
einem guten Start dann auch gleich in Führung gehen
und mich in der ersten Runde fast 1,4 Sekunden vom Zweitplatzierten
Frank Diefenbacher absetzen. Als ich dann nach der ersten Runde
in die erste Kurve nach Start und Ziel eingebogen bin, war ich
richtig guter Dinge diese Rennen zu gewinnen. Bis .... mitte der
Kurve mein Heck mal wieder lieber nach außen wollte als vorwärts
zu fahren. Nach diesem Quersteher war mein Vorsprung auch gleich
wieder weg. Ich habe dann wieder mal richtig mit meinem Boliden
gekämpft um ihn auf der Straße zu halten und so konnten
mich nach und nach Frank Diefenbacher, mein Teamkollege Dirk aufschnupfen.
Vier Runden vor Schluss fing dann meine Servolenkung an auszusetzen,
so dass mich auch noch Andy Priaulx überholen konnte. In den
letzten zwei Runden war die Servounterstützung dann komplett
weg, aber ich konnte ich noch ins Ziel retten. Platz vier war also
das Ergebnis des zweiten Rennen und ich kann von Glück reden,
dass ich noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen bin. Gewonnen
hat übrigens mein Teamkollege Dirk, der richtig gut drauf
war an diesem Wochenende.
Nach Halbzeit der Saison bin ich jetzt nur noch 3. in der Meisterschaft.
Schön daran ist allerdings, dass mir meine Mechaniker für
das nächste Rennen in Donnington nur noch 10 Kg Ballast in
meinen Kofferraum schrauben müssen. Die Meisterschaft wird
jetzt immer spannender, da jetzt auch die Seats siegfähig
sind und es mittlerweile 10 Autos gibt, die ein Rennen gewinnen
können. Wenn wir herausfinden was mit dem Heck meines Autos
los ist, sollte ich in England auch nicht schlecht aussehen. Gewinnen
macht halt schon mehr Spaß als auf die Punkte zu fahren.
Unsere nächste Veranstaltung ist allerdings das 24 Stunden
Rennen auf dem Nürburgring. Ich werde mir da in 10 Tagen ein
Auto mit Hans Joachim Stuck und Dirk teilen. Also, Daumen drücken
!
Eurer Jörg
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