1. Freies Training
Mein erstes freies Training war zumindest von der Platzierung her, als Zweiter, in Ordnung. Ich musste zuerst eine „Installation-Lap“ machen. Das ist eine Runde nach der man sofort wieder zurück in die Box fährt. So können die Mechaniker prüfen ob alles dicht ist. Danach ist mir immer wieder die Frontscheibe von innen angelaufen, so dass ich jeweils nach einer gezeiteten Runde wieder in die Box fahren musste. Da ich nur drei gezeitete Runden hinbekommen habe war ich eigentlich recht zuversichtlich für das zweite freie Training.
2. Freies Training
Da ist wohl irgendetwas schief gelaufen! Da die Strecke langsam angefangen hat abzutrocknen, habe ich das Training mit ziemlich alten Regenreifen begonnen. Irgendwie habe ich nie richtigen Grip gespürt uns als mir mein Ingenieur dann über Funk gesagt hat, dass der Schnellste über 2 Sekunden schneller fährt als ich bin ich die Box um mir wieder bessere Reifen zu holen. Als ich dann wieder raus bin wurde das Training gleich mit der roten Fahne abgebrochen und am Ende bin ich dann auf dem tollen 23. Platz gelandet.
Qualifying
Mein Qualifying ist dann ziemlich in die Hose gegangen. Es war zum ersten Mal trocken an diesem Tag und wir konnten unsere Erfahrungen der beiden Monza-Tests in diesem Jahr richtig gut ausspielen. Ich bin gleich in meiner ersten fliegenden Runde meine schnellste Runde gefahren. Damit stand ich auch im Qualy bis 5 Minuten vor Schluss auf der Pole-Position. Ich habe dann meinem Teamkollegen Dirk noch mal einen Windschatten gegeben und Dirk konnte meine Zeit noch einmal unterbieten. Das sollt dann eigentlich der zweite Startplatz und eine erste Startreihe für Schnitzer bedeuten… bis die Hiobsbotschaft kam, dass ich zu den Sportkommissaren müsse. Ich bin wohl nach dem ersten Run an der Waage vorbei gefahren und habe deshalb alle Zeiten bis zu diesem Zeitpunkt gestrichen bekommen. Das heißt für mich Platz 18, so ein Sch… .
Warm Up
Das Warm Up lief für mich dann wieder traumhaft! Als schnellster wusste ich auf jeden Fall, dass ich ein gutes Auto für das Rennen habe.
1. Rennen
Von hinten zu Starten und eigentlich weiter nach vorne zu gehören bedeutet immer einen ziemlich großen Druck. Mein Start war dann auch o.k. und bis zur ersten Schikane konnte ich mich auf den 12. Platz verbessern. Es hat um mich herum ziemlich gescheppert und ich habe Glück gehabt, dass ich nur leicht von einem Honda getroffen wurde und eigentlich ziemlich unbeschädigt aus der ersten Schikane wieder rauskommen konnte. Mein Drang nach vorne war natürlich weiter ungebrochen und da habe ich es vor der Parabolika wohl etwas übertrieben. Ich wollte gleich zwei Konkurrenten auf einmal überholen, war dann wohl doch etwas zu spät auf der Bremse. Geendet hat diese Aktion dann im Kiesbett, aus dem ich aber selbst wieder herausfahren konnte. Ich habe dann aber so starke Vibrationen bekommen, dass ich in die Box musste um meine Reifen wechseln zu lassen. Mit einer Runde Rückstand bin ich dann auf dem 29. Platz gelandet.
2. Rennen
Vom 29. Startplatz ins Rennen zu gehen heißt eigentlich, dass man sich in dieser starken Meisterschaft Punkte aus dem Kopf schlagen kann. Mein Start war diesmal echt sensationell. Ich bin gleich auf Start und Ziel ganz nach rechts an die Boxenmauer und habe die ersten 4-5 Autos überholt. Vor der ersten Schikane hat sich das Feld dann gestaut und ich konnte nach ganz links gehen und noch einmal 4-5 Autos überholen. Dasselbe klappte auch vor der nächsten Schikane und nach der ersten Runde war ich schon 13. In den nächsten paar Runden habe ich mich dann durch Ausbremsmanöver und Zwischenfälle meiner Konkurrenten auf den 4. Platz vorfahren können. Wie das genau gelaufen ist weiß ich auch nicht mehr ganz genau, weil da eigentlich vor jeder Schikane und in jeder Kurve das reine Chaos geherrscht hat. Ich konnte dann 2 Runden vor Schluss noch einmal kurz an Antonio Garcia vorbei, auf die 3. Position gehen, die ich aber dann wieder verloren habe, da ich beim herausfahren aus der Schikane leicht in den Kies bin.
Ich bin nach den ganzen Problemen mit den 5 gesammelten Punkten von Monza eigentlich recht zufrieden. In Magny Cours, bei unserem nächsten Rennen, werde ich kein Gewicht im Auto haben. Beim testen lief es in Frankreich für mich recht gut und weil ich im vorletzten Jahr einen Doppelsieg und im letzten Jahr einen zweiten Platz belegen konnte freue ich mich schon auf die nächste Veranstaltung der Tourenwagen Weltmeisterschaft in Frankreich.
Euer Jörg
Foto: www.fiawtcc.com
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