Schon im ersten Training hat sich gezeigt, das es auch in diesem Jahr wieder eine große Herausforderung sein würde den Vorjahreserfolg zu wiederholen. Neben den Porsches von Alzen und Manthey war auch die Viper von Zakspeed wieder am Start und für den Gesamtsieg würden auch in diesem Jahr wieder mindestens 8 Autos in Frage kommen. Es ging in diesem Training darum allen Fahrern die Pflichtrunden zu verschaffen, die vom Veranstalter vorgeschrieben sind. Wir waren auf jeden Fall bei der Musik und haben auch noch ein paar Veränderungen an unserem Set Up gemacht.
Für das zweite Nachttraining wollten wir eigentlich nur noch unsere Lichteinstellung überprüfen da wir für dieses Training schon all unsere Rennteile ins Auto gebaut haben. Als dann plötzlich alle Teams noch mal angegast haben, mussten wir auch noch eine Zeit hinlegen und konnten uns auf den 3. Platz fürs Rennen qualifizieren. Für das Rennen war das eine tolle Ausgangsposition.
Ich war auch in diesem Jahr wieder der Startfahrer auf der Startnummer 1. Beim Start bin ich ein bisschen zwischen Uwe Alzen und Lucas Luhr eingeklemmt worden und bin deshalb nur als 3. hinter der Zakowski Viper und Duncan Huismann im BMW M3 GTR mit der Startnummer 2 auf die Nordschleife raus. In der ersten Runde hat sich Peter Zakowski an der Breitscheid Brücke gedreht und ich konnte die 2. Position übernehmen. Ich bin dann bis in der 6. Runde hinter meinem Schwesterauto hergefahren bis Duncan eine Kollision mit einem Überrundeten hatte. So konnte ich unser Auto nach meinem 1. Turn mit fast 45 Sec. Vorsprung an meinen Teamkollegen Dirk übergeben.
Gegen 18 Uhr hatten dann auch wir einen kleinen Unfall als Dirk mit Slicks bei einem heftigen Regenschauer nur noch Passagier in unserem Boliden war und ohne jegliche Chance die hintere Aufhängung verbog. Wir fielen so auf die 9. Position zurück. Die Zakowski Viper lag nun vorne. Wir haben dann zum Angriff geblasen und eine schnelle Runde hintereinander gefahren. Wieder auf dem 2. Platz, auch durch das Pech der Anderen, hat bei unserem Auto dann gegen 2 Uhr nachts der Defektteufel zugeschlagen. Ich merkte nur, dass beim Beschleunigen die Kupplung durchrutscht und hab das Auto noch in die Box getragen.
Der Kupplungswechsel hat uns knapp 7 Runden Rückstand beschert und wieder aus den Top 10 geschmissen. Wieder hieß es alles geben. Wir haben uns dann wieder auf die 5. Position vorgearbeitet als in den Morgenstunden der Manthey Porsche mit Motorschaden liegen blieb und etwas später auch der Nissan Skyline nach Unfall ausschied. In den letzten Stunden konnten wir dann noch die Zakspeed Viper niederkämpfen und unser Auto wieder in die 2. Position hinter unserem Schwesterauto schieben. So blieb es dann auch bis zum Zieleinlauf. Noch einmal 1000 Dank an BMW Motorsport für das tolle Auto und ganz speziell an Schnitzer Motorsport für die tolle Vorbereitung und den unglaublichen Einsatz meines WTCC Teams, diesem Wunderauto auf dem Ring einen Doppelsieg zu bescheren.
Ich bin unglaublich Stolz beim letzten Rennen des BMW M3 GTR Teil eines so tollen Teams gewesen sein zu dürfen. Auch mit einer Ringlegende wie Hans Joachim Stuck und dem Führenden der Tourenwagen WM, meinem Teamkollegen Dirk, auf einem Auto gesessen zu haben war ein Traum. Hoffentlich werde ich noch einmal so eine Möglichkeit haben. Jetzt muss ich mich aber erst einmal wieder auf die Tourenwagen WM konzentrieren, wo es dieses Wochenende schon wieder in Silverstone um die Wurscht geht.
Drückt mir die Daumen
Euer Jörg!
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Foto: www.speedpixel.de
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