Typisch Englisches Wetter

 

21.05.2006 – Das war wieder einmal ein Wochenende zum vergessen! Brands Hatch ist wohl keine BMW Strecke, aber dass ich komplett ohne Punkte nach Hause gehen würde hätte ich nicht gedacht. Das schlechte Zeittraining hat mir wohl alles versaut.

 

Freitags Training
Da Brands Hatch für die WTCC eine neue Strecke war, konnten wir uns am Freitag bei einem zusätzlichen Training schon einmal die Strecke anschauen. Ich war echt total begeistert von der neuen Strecke im Kalender in England. Sie ist wie eine kleine Nordschleife und macht mit seinen schnellen Kurven richtig Spaß. Es stellte sich aber nach der ersten halben Stunde heraus, dass diese Strecke wohl eher den Fronttrieblern liegen dürfte. Ich war zwar schnellster BMW aber mit Position acht schon eine Sec. hinter dem schnellsten Seat.

1.Freies Training
Das erste freie Training am Samstagmorgen war auf abtrocknender Strecke, eben typisch englisches Wetter. Wir haben einige Sachen am Fahrwerk geändert aber ich muss ehrlich sagen, dass die größte Zeitverbesserung von mir selber kam, da ich die Strecke noch immer nicht 100% kannte und mich Runde für Runde verbessert habe. Am Ende dieses Trainings war ich wieder Achter und nur noch acht zehntel vom Schnellsten entfernt.

2. Freies Training
Dieses Mal war es komischerweise komplett trocken. Wir haben auch im zweiten freien Training einige Veränderungen am Auto gemacht, um die Traktion zu verbessern. Ich bin auf die 11. Position abgerutscht, allerdings waren alle BMW sehr eng zusammen und keiner von uns konnte die Fronttriebler wirklich gefährden.

Qualifying
Es hatte erst kurz vor unserem Zeittraining aufgehört zu regnen. Wir sind also anfangs alle mit Regenreifen herausgefahren. Die Strecke ist immer weiter abgetrocknet und so sind die Zeiten jede Runde gepurzelt. Mal war ich zweiter, um innerhalb einer Runde auf den 18. Platz abzurutschen. Nach 10 Minuten bin ich als einer der ersten auf Slicks raus. Auch dann ging es in der Zeitliste auf und ab. Fünf Minuten vor Schluss war ich dann wieder zweiter, als meine Hinterachse immer schlechter wurde. Es war jetzt allerdings zu spät um noch mal hereinzukommen, um einen zweiten Satz Reifen aufzufassen. Wir konnten leider nur noch zuschauen wie ich auf der zweiten Seite des Zeitenmonitors verschwand. Am Ende gab’s einen enttäuschenden 20. Startplatz.

1. Rennen
Sonntag hat dann das echte Sauwetter eingesetzt. Das erste Rennen war also auf nasser Strecke. Mein Start war o.k. Ob oder wie viele Autos ich überholt habe kann ich nicht sagen, weil das im hinteren Feld durch die Gicht der vor dir fahrenden Autos ein Blindflug ist. Na ja, als sich alles ein wenig auseinander gezogen hatte war ich 12, hatte also nach drei Runden schon acht Plätze gutgemacht. Ich war direkt hinter Farfus, der Zanardi bedrängte. In der achten Runde sind beide nebeneinander in eine schnelle Rechtskurve eingebogen und haben dadurch etwas Schwung verloren. Ich konnte mich ausgangs der rechts innen an Farfus vorbeidrücken. Auf der nächsten Geraden ist mir Farfus ohne jeglichen Grund drei Mal auf mein Hinterrad gefahren. Er hat mir dabei die Hinterachse verbogen, der Reifen ist von der Felge gesprungen und ich habe mich verkehrt im Kies wieder gefunden. Nach dem Rennen konnte ich mein Auto wieder auf drei Rädern in die Box bringen. Meine Jungs haben sensationell innerhalb von 15 Minuten die komplette Hinterachse gewechselt und so konnte ich zum zweiten Rennen wieder an den Start gehen.

2. Rennen
Es fing vor dem zweiten Rennen wieder an wie aus Eimern zu gießen. Ich war diesmal nicht 20. sondern sogar 24. Ich hab so weit hinten gestanden, dass ich nicht mal die Startampel sehen konnte. Charly Lamm hat mir dann über Funk das Zeichen zum Start gegeben. Bei dem Regen und noch vier Plätze weiter hinten konnte man jetzt echt die Hand nicht mehr vor Augen sehen. Ich bin auf der langen Geraden mit 180 Sachen zwei Mal in die Wiese gefahren, weil ich nicht mal mehr sehen konnte wo die Strecke langging. Ich glaube, dass ich in den ersten zwei Runden 20 Adrenalinschübe hatte. Nicht nur durch meine Rallyeeinlagen sondern auch durch Aquaplaning von den Bächen, die durch den starken Regen über die Strecke liefen. Irgendwann hab ich dann auf der langen Geraden wieder einen Schlag auf die Hinterachse bekommen und einen schönen 360 Grad Dreher hingelegt…. Gott sei Dank, ohne einzuschlagen. Ich weiß nicht genau ob ich Tavano den Weg abgeschnitten habe oder er in eine Lücke wollte, die es nicht gab, ich konnte ja nicht wirklich sehen wo es langging und ob ich überhaupt noch auf der Strecke bin. Mein Auto war nach dem Treffer so aggressiv, dass ich das Rennen aufgeben musste um meinen Wagen nicht noch mehr zu zerstören. Ich glaub, die Roten mögen mich nicht echt!

So, Kopf nicht hängen lassen. Vor allem, weil unser nächstes Rennen unser Heim GP in Oschersleben ist. Letztes Jahr lief es auf dem engen Kurs für uns BMW´s richtig gut und deshalb möchte ich dieses Jahr richtig zuschlagen. Ich weiß gar nicht auf welchen Platz in der Meisterschaft ich jetzt abgerutscht bin, will ich auch gar nicht wissen! Wichtig ist für mich nur, dass ich nach Oschersleben wieder in Schlagweite zur Spitze bin und den Deutschen Zuschauern ein schönes Rennen biete. Also, kommt so zahlreich wie möglich nach Oschersleben um das BMW Team Deutschland zu unterstützen!!!

Euer Jörg

 

Foto: www.fiawtcc.com