Freitags Training
Da die Autos nach Brasilien recht lange unterwegs waren, bekamen wir ein zusätzliches Freies Training am Freitag. Unsere Testarbeit hatte sich wirklich gelohnt. Mein Auto fühlte sich gleich richtig gut an. Mit gebrauchten Reifen waren wir richtig konstant unterwegs und ich konnte mit neuen Reifen am Schluss die zweitbeste Zeit fahren, nur drei Tausendstel langsamer als mein neuer Teamkollege Augusto Farfus. Toll fürs Team und auch für mich da wir für den nächsten Tag nur kleine Veränderungen machen mussten.
1. freies Samstag-Training
Morgens waren die Temperaturen mit 24 Grad noch einigermaßen erträglich und wir sind gleich mit neuen Reifen raus. Ich konnte in der 2. Runde eine Zeit fahren die bis zum Schluss des Trainings keiner mehr knacken konnte mit zwei Zehntel Vorsprung vor meinem Teamkollegen. Wichtig war das wir noch eine größere Veränderung im Training machen konnten. Wir haben die hintere Feder weicher gemacht, was aber schlechter war.
2. freies Samstag-Training
Die Temperaturen waren mittlerweile auf 31 Grad Lufttemperatur und 50 Grad Asphalttemperatur gestiegen. Man konnte gleich den Grippverlust spüren. Wir haben versucht einige Veränderungen am Stoßdämpfer zu machen, haben aber keine richtigen Antworten bekommen da die Reifen immer stärker abbauten. Ich war am Ende 3. Für das Qualifying sieht es rech gut aus, da 5 BMWs unter den ersten 6 waren.
Qualifying
Besser, aber auch knapper kann ein Zeittraining wohl kaum ausgehen. Mit meinem ersten Satz Reifen hatte ich einen kleinen Windschatten von Porteiro und konnte gleich die schnellste Zeit fahren. Mein Auto war sehr, sehr gut, aber nicht perfekt, weshalb wir eine Veränderung am Stabi gemacht haben. Mit meinem zweiten Satz Reifen war ich dann ein bisschen langsamer, weil die Veränderung das Auto in langsamen Kurven noch schlechter gemacht hat. Drei Minuten vor Schluss bin ich dann mit meinem letzten Satz Reifen raus. Anderthalb Minuten vor Ende der Session hatte mir Andy Priaulx die Poleposition weggeschnappt, Eine Minute vor Schluss war dann plötzlich mein Teamkollege Farfus vorne. Ich bin dann 20 Sec. vor Ende des Zeittrainings als Letzter über die Ziellinie gefahren und konnte mir mit einem echt guten Auto die Poleposition zurückholen. Das war ein Krimi in den letzten paar Minuten!
1. Rennen
Der erste fliegende Start ist für mich aus der Poleposition echt gut gelaufen. Ich konnte mich gleich in Führung setzen bis am Ende der ersten Runde das Pacecar rauskam. Nach 3 Runden hinter dem Pacecar ging es dann wieder los und ich konnte mich gleich von Andy Priaulx, der Zweiter war, absetzen. Ich hatte einen schönen Vorsprung von zwei Sekunden, bis nach acht Runden meine Hinterachse angefangen hat abzubauen und Andy immer näher kam. Ich konnte trotzdem mein Rennen nach Hause fahren und den ersten Sieg in der Saison 2007 für mich und meine Jungs nach Hause fahren.
2. Rennen
Das zweite Rennen war richtig geil. Beim zweiten, stehenden Start konnte ich aus meiner achten Starposition zwar keinen Platz gut machen, aber einige richtig gute Zweikämpfe führen. In der ersten Kurve ist Alex Zanardi mit Robert Huff zusammengeknallt und ich war schon auf Platz sieben, immerhin in den Punkten. Alex ist dann durch den Dreck gefahren und da war ich schon Sechster. Vor mir war Andy Priaulx, der die Seats von Coronel, Tarquini und Muller vor uns, einen nach dem anderen geschnupft hat…. und ich in seinem Windschatten auch! Plötzlich war ich auf Platz drei. Andy hatte mit seinen Auto ziemlich zu kämpfen und ich hab ihn richtig unter Druck gesetzt. Vorbei bin ich aber nach vielen versuchen nicht gekommen und auf Platz 3 ins Ziel gefahren.
Am Ende des Tages bin ich Führender in der Meisterschaft, was ich mir nach dem letzten Jahr nicht in meinen kühnsten Träumen erträumt hätte. Bein nächsten Rennen wird das wohl wieder anders aussehen.
Der Erfolg, den wir in Curitiba hatten, ist zu 100 Prozent dem Team Schnitzer und BMW zu verdanken. Wir waren seit Januar echt ununterbrochen am Testen und haben unser Auto richtig weit nach vorne gebracht. Danke Jungs!
Ich freu mich trotzdem auf Zandvoort, da dieses Rennen das nächste an meiner alten Heimat Hückelhoven ist. Da werden dann auch wieder meine ganze Familie und viele Freunde aufschlagen und ich hoffe dass ich auch aus Holland als Meisterschaftsführender nach Hause komme.
Also bis Bald
Euer Jörg
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