Schwacher Anfang, geiles Ende!

 

06.05.2007 - Nach 8 Wochen Rennpause ging es an der See im Holländischen Zandvoort endlich wieder los. Ich war in allen Trainings und auch im Qualifying nie richtig zufrieden mit meinem Auto aber zum Rennsonntag hat mir mein Team ein Auto zum Gewinnen hingestellt. Ein 3. Platz im 2. Rennen war der Lohn!

 

Freie Testsession
Freitagvormittag hatten wir eine zusätzliche Testsession,da Zandvoort eine neue Strecke im Kalender war. Nach dem letzten Test in Monza, bei dem ich schnellster war, war ich richtig zuversichtlich, aber das Set-Up funktionierte in Holland nicht richtig. Ich hatte ein sehr nervöses Heck beim Bremsen und ein recht starkes Untersteuern in den langsamen Kurven. Wir haben zwar versucht die Probleme zu beseitigen, sind aber nicht richtig vorwärts gekommen. Am Ende war ich nur 10. und nur 4. schnellster BMW.

1. Freies Training
Für das erste offizielle freie Training mussten wir mit gebrauchten Reifen aus Curitiba starten. Wir haben das Gewicht im Auto anders verteilt und die Federn vorne weicher gemacht und hofften so unsere Probleme zu beheben. Das Bremsen wurde ein ganzes Stück besser aber das Untersteuern war immer noch da. Für mich reichte es auch in diesem Training nur für Platz acht. Deshalb haben wir uns entschieden für Samstag eine recht große Fahrwerksänderung zu Machen, um das Auto besser auf Zandvoort abzustimmen.

2. Freies Training
Die Veränderungen die wir gemacht hatten, haben zwar an den schnellen Streckenteilen Vorteile gebracht, haben aber unser Untersteuer-Problem nicht behoben. Ich hatte immer noch Probleme in den langsamen Ecken. Deshalb konnte ich auch nur einen 11. Platz rausfahren.

Qualifying
Wir haben dann für das Zeittraining etwas an der vorderen Radgeometrie verändert was das Auto besser machte. Bei meinem ersten Satz neuen Reifen war ich etwas vom hohen Griplevel überrascht. Ich konnte den Grip nicht richtig nutzen und wir haben uns entschieden es mit den zweiten Satz Reifen gleich noch einmal zu versuchen. Ich konnte mich nach meinem zweiten Versuch auf die siebte Startposition vorschieben. Für den dritten Satz Reifen haben wir noch eine kleine Veränderung an den vorderen Stoßdämpfern gemacht, um das Bremsen und das Untersteuern noch etwas zu verbessern. Mein erster Sektor war dann auch schon eine zehntel Sec. schneller als vorher als ich auf Tarquini auflief. Der hat mich wohl nicht gesehen, so dass ich in meinem zweiten Sektor wegen eines richtig schlechten Überholmanövers 3,5 zehntel Sec. verloren habe. Mein dritter Run war dann auch langsamer und ich bin am Ende des Qualifying auf die 11. Position zurückgefallen! Das wird ne schwere Aufgabe am Sonntag.

Warm Up
Das Warm-Up war das bis jetzt schlechteste Training an diesem Wochenende. Ich hatte von Anfang an Probleme mit der Bremse und habe mir ziemlich schnell einen Bremsplatten eingefahren. Danach hat das Auto natürlich noch mehr untersteuert und ich konnte nur die 19. Zeit fahren. Jetzt mussten wir echt die Ärmel hochkrempeln!

1. Rennen
Der zweite fliegende Start in der WTCC war ein Horror! Ich habe brav auf die Ampel geschaut und bei Grün gasgegeben, als ich rechts und links neben mir die anderen Autos vorbeifliegen sah....die haben wohl Rot mit Grün verwechselt! Ich war also von meinem 11. Startplatz auf den 14. Platz zurückgefallen. Das Auto hatten wir vom Set-Up her wieder fast wie in Curitiba hingestellt und ich fühlte mich um Welten wohler. Ich war also hinter Thompson und Coronel die sich schwer am Bekriegen waren. In der vierten Runde hat Coronel versucht Thompson zu Überholen. Die beiden haben sich recht hart berührt und ich konnte an beiden vorbeischlüpfen. Die Gruppe vor mir war schon ca. 150 Meter weg. Ich konnte den Rückstand in zwei Runden zufahren und lag jetzt hinter Gene, Priaulx und Tarquini. Da Gene 60 Kg leichter war als ich, hatte ich eigentlich nie eine richtige Chance ihn zu Überholen. Beim Beschleunigen ist er mir immer wieder weggezogen. Im Verlaufe des Rennens sind dann noch Muller im Seat und Huff im Chevrolet durch Unfälle ausgeschieden. Mir blieb am Ende nur ein undankbarer 10 Platz, also blieb ich im ersten Lauf ohne Punkte.

2. Rennen
Für das zweite Rennen haben wir nur eine kleine Veränderung an den Dämpfern gemacht. Ich hatte einen Raketenstart und konnte mich von meinem 10. Startplatz gleich auf die fünfte Position vorschieben. In der zweiten Runde ist der Andy Priaulx, der zu diesem Zeitpunkt führte, von Tarquini ins Gras geschickt worden und auch ich konnte an Andy vorbei auf Platz vier fahren. Mein Auto war echt klasse und so konnte ich Luca Rangoni, übrigens ein Privatfahrer in einem BMW der im ersten Rennen aufs Podium gefahren ist, überholen. Ich war dann gleich hinter meinem Teamkollegen Augusto Farfus auf der dritten Position. Ich habe dann den dritten Platz nach Hause fahren können. Obwohl ich ein bisschen schneller hätte fahren können als Augusto vor mir hatte ich nie wirklich eine Chance ihn zu überholen, da Augusto ein fehlerfreies Rennen gefahren ist.


Ich bin jetzt zweiter in der Meisterschaft hinter meinem Teamkollegen Augusto Farfus, das heißt Platz eins und zwei für Schnitzer Motorsport!

Das nächste Rennen findet im spanischen Valencia statt. Im letzten Jahr konnte ich dort ein Rennen gewinnen, also haben wir gute Voraussetzungen für die nächste Veranstaltung.

Ich werde jetzt erst einmal mit meinem besten Freund Wolfgang nach Ägypten zum Tauchen fliegen und werde dann hoffentlich komplett relaxet in Spanien auftauchen!

Also alles Gute und bis bald.
Euer Jörg

 

Foto: BMW Motorsport