Freitags Training
Wie auf jeder neuen Strecke bekamen wir auch in Pau ein zusätzliches Training am Freitagnachmittag. Ich sollte die Strecke eigentlich noch von 1996 kennen, als ich hier in der Formel 3000 gewonnen habe. Um ehrlich zu sein, wusste ich nach 11 Jahren nicht mehr viel von diesem Stadtkurs aber als ich die ersten Runden in meinem Rennwagen unterwegs war kam alles zurück. Pau ist ein wunderschöner Stadtkurs in der Nähe der Pyrenäen. In diesem freien Training war ich am Ende 10. was mit einem Zusatzgewicht von 55 Kg OK war.
1. Freies Training
Nur ein 12. Platz sprang für mich bei diesem ersten offiziellen freien Training heraus aber trotzdem war ich recht zufrieden. Mein Auto fühlte sich recht gut an und die Reifen, die ich in diesem Training drauf hatte, waren nicht mehr die Besten. Im Training haben wir eine positive Änderung am Stabi und eine eher negative Veränderung an den Dämpfern gemacht. Gelernt haben wir auf jeden Fall wieder etwas!
2. Freies Training
Eigentlich sollte ich sagen dass dieses Training nicht gut war für mich. Ich habe in der zweiten Runde meines zweiten Runs meinen Boliden an die Leitplanke gefahren und musste mein Auto nach nur drei gezeiteten Runden abstellen. Ich war aber trotzdem zufrieden, da mein Auto nach einer Änderung des Differentials und der hinteren Feder eine klasse Balance hatte. Ich war siebt schnellster und das mit dem Ballast an Bord!
Qualifying
Das war für mich der totale Absturz! Wir sind erst noch mal mit gebrauchten Reifen raus, um das Auto warm zu fahren. Da auf Stadtkursen immer sehr viel Betrieb auf der Strecke ist hat, sich die FIA entschieden das Zeittraining in Pau, Porto und Macao auf 45 Min. zu verlängern. Wir sind zuerst zwei Runden auf gebrauchten Reifen raus. In der ersten Runde war ich zweiter und recht zufrieden mit meinem Auto. Ich bin dann in der zweiten Runde wohl zu hart über einen Curb und habe mir einen Stoßdämpfer gebrochen. Meine Jungs haben den Dämpfer in einer Rekordzeit von nur Minuten gewechselt. Ich bin dann mit neuen Reifen raus und gar nicht mehr mit meinem Auto zurechtgekommen. Mit allen drei Satz neuen Reifen bin ich dieselbe Zeit gefahren und auf den 17. Startplatz abgerutscht! Schlechte Aussichten, um am Sonntag ein paar Punkte zu machen.
Warm Up
Es ging wieder einigermaßen nach vorne. Ich war zwar nur 11. aber nicht mehr weit weg von der Spitze und schneller als Andy Priaulx, der dasselbe Gewicht an Bord hatte wie ich. Also es war wieder etwas Sonne am Horizont zu sehen!
1. Rennen
Es war kaum möglich beim Start die Ampel zu sehen, deshalb habe ich über Funk bescheid bekommen wann Grün ist. Ich habe eigentlich mit einem größeren Chaos gerechnet aber der Start ging recht gesittet von sich. Nur Tilemanns im Alfa hatten sich gedreht und ich war 14. Im Rennen war ich dann hinter Jourdan im Seat der schon nach fünf Runden mit abbauenden Reifen zu kämpfen hatte. Nach einigen Versuchen konnte ich in dann in Turn neun innen überholen und auf Platz 13 vorfahren. Ich konnte danach ein großes Loch zu Alex Zanardi zufahren. Alex hat dann in der 10.Runde die Mauer leicht berührt und sich die Aufhängung abgerissen was mich auf Platzt 12 vorspülte. Larini hat zwei Runden später auch die Mauer geküsst und mir den 11. Platz geschenkt. Ich war dann die letzten 5 Runden hinter Thompson im Alfa und obwohl ich mindestens eine Sekunde hätte schneller fahren können, hatte ich keine Chance zu überholen, da der Alfa immer noch mit richtig viel Qualm unterwegs ist und mir auf den Geraden immer auf und davon gefahren ist. Platz 11 war dann auch das Resultat und damit habe ich zum zweiten Mal in diesem Jahr keine Punkte gemacht.
2. Rennen
Vom zweiten Rennen hatte ich mir durch den stehenden Start wenigstens ein paar Punkte erhofft. Ich bin bei Grün richtig gut von der Linie gekommen. Die Strecke ist allerdings so schmal, das man keine Chance hat an einem vor einem startenden Auto irgendwie vorbeizukommen. Ich bin auf Tom Coronel, der vor mir stand, aufgelaufen und musste Bremsen da ich zwischen Tom, der Boxenmauer und Thompson eingeklemmt war. Ich habe dann sogar zwei Plätze verloren und das Gefühl gehabt ich kämpfe gegen Windmühlen. Ich habe lange hinter Tom festgesteckt. Die einzig saubere Möglichkeit zum Überholen wäre Ende Start und Ziel gewesen. Da ich durch mein Zusatzgewicht aber beim Beschleunigen immer wieder so viel Abstand zu Tom hatte, wäre ein sauberer Überholvorgang nicht drin gewesen. In Pau gibt es eigentlich gar keine Möglichkeit zum Überholen. Vom Rennspeed war ich auf jeden Fall in beiden Rennen wieder ganz vorne mit dabei. Ich bin am Schluss durch die Ausfälle einigerer Konkurrenten 10. geworden und damit, was die Punkte angeht, wieder leer ausgegangen.
Positiv ist das ich beim nächsten Rennen 10 Kg weniger mitschleppen muss. Das Schöne ist, das ich trotz dieser null Nummer immer noch ganz vorne bin in der Meisterschaft. Wir müssen uns jetzt beim nächsten Test in Ungarn mehr auf das Zeittraining konzentrieren und versuchen in Brünn wieder unter den Top 10 nach dem Qualifying zu sein.
Also drückt mir die Daumen für Brünn,
Euer Jörg
Foto: BMW Motorsport
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