Zusatztraining, Freitag, 15:00 Uhr
Die Strecke war im besten Zustand, den wir jemals in Mexiko vorgefunden haben, immer noch sehr wenig Grip aber konstant. Eigentlich war es gar nicht so schlecht, wie es sich anhört. Ich war nur 15., aber ich hätte eigentlich die sechstschnellste Zeit fahren können. Wir haben das Training auf gebrauchten Reifen gestartet und haben uns darauf konzentriert den richtigen Reifendruck für Puebla hinzubekommen. Nach dem ersten Run war ich Dritter und wir haben den Luftdruck in den Reifen reduziert. Ich hatte danach noch weniger Grip, also bin ich nach einer Runde wieder reingekommen und wir sind in die andere Richtung gegangen. Das Auto war wieder besser und wir haben für das letzte Outing neue Gummis aufs Auto geschraubt. Ich hatte dann nur noch eine gezeitete Runde, die ich komplett verhauen habe. Ich habe an einer Stelle zu spät gebremst und bin komplett neben die Linie gekommen. In Puebla ist neben der Ideallinie allerdings immer noch kein Grip und ich habe dadurch mehr als eine Sekunde verloren. Mein Auto war aber echt gut und wenn man die Zwischenzeiten zusammenzählt hätte, wäre ich die sechstschnellste Zeit gefahren, zwischen den Seats.
Erstes freies Training, Samstag, 9:00 Uhr
Die Temperaturen waren zwar wesentlich kühler als gestern Nachmittag, aber die Strecke war wesentlich rutschiger. Da es über Nacht sehr windig war, hat es sehr viel Dreck auf die Strecke geweht. Alle hatten neue Reifen, aber der Grip kam für mich erst nach drei bis vier Runden. Wir haben uns in diesem Training darauf konzentriert verschiedene Dämpferabstimmungen miteinander zu vergleichen. Wir haben dadurch auch wieder etwas über Strecken mit sehr niedrigem Grip gelernt. Ich konnte mich als Siebter platzieren. Vorne waren wieder die Seats, die in den Topspeed-Messungen immer mindestens fünf km/h schneller sind.
Zweites freies Training, Samstag, 12:30 Uhr
Die Asphalttemperaturen sind von vormittags 30 Grad auf 50 Grad gestiegen. Wir haben für dieses Training die vordere Feder härter gemacht, da ich am Vormittag zu viel Übersteuern hatte. Mein Auto hat aber plötzlich nur noch untersteuert, was eigentlich nicht an der Set Up Veränderung liegen konnte. Anscheinend lag das an der Strecke. Wir haben nach einigen Runden den hinteren Stabi härter gemacht, was besser war. Ich bin gleich noch mal rein und habe den Stabi noch härter machen lassen. Ich konnte ziemlich zum Schluss des Trainings dann die drittschnellste Zeit fahren und war sehr zufrieden mit meinem Auto. Welche Spielchen die Seats allerdings spielen, ist mir immer noch nicht klar.
Qualifying, Samstag, 16:00 Uhr
Das Zeittraining war soso! In den ersten 20 Minuten ging es wieder mal nur darum, sich für die Top 10 zu qualifizieren. Zuerst bin ich noch mal auf gebrauchten Reifen raus. Gleich danach haben wir neue Gummis aufgezogen. Ich konnte mich dann gleich mit meinem ersten Satz neuer Reifen als Fünfter für die letzten 10 Minuten qualifizieren.
Auch in den letzten 10 Minuten, in denen es um die Pole Position ging, bin ich noch mal eine Out-In-Lap gefahren und habe dann wieder neue Reifen aufgezogen. Ich hab dann in meiner schnellsten Runde allerdings zwei kleine Fehler reingehauen und war so am Ende nur Siebter, was für mich aber das beste bisherige Ergebnis auf dieser rutschigen Strecke war.
Warm Up, Sonntag, 9:00 Uhr
Wir haben im Warm-Up noch mal ein etwas härteres Fahrwerk versucht, mit dem ich aber nicht richtig zurechtgekommen bin. Für mich hat mein Auto viel zu stark untersteuert. Ich konnte trotz alle dem die fünftschnellste Zeit fahren und war somit recht zuversichtlich für die Rennen.
Erstes Rennen, Sonntag, 12:20 Uhr
Mein Start war eigentlich OK und ich hing gleich im Getriebe von Ivan Muller. Rechts außen hat sich aber Felix Porteiro auf die erste Schikane vorbeigebremst, der sich dann aber in Turn 3 vor mir gedreht hat. Ich war also erst mal auf Platz sieben und wurde recht hart von Monteiro attackiert. Wir sind zusammen leicht neben die Strecke, aber ich konnte meine Position halten. Vor mir war mittlerweile schon ein Loch von drei Sekunden, was ich innerhalb von zwei Runden zufahren konnte und war somit im Kofferraum von Gene angekommen. Gene war bei unserem Kampf recht fair und ich konnte Ihn dann auch recht einfach überholen. Als nächstes bin ich auf Tarquini aufgelaufen und konnte auch Ihn nach zwei Runden Kampf in Turn sieben innen ausbremsen und war somit Fünfter. Vor mir war Ivan Muller schon zu weit weg, weshalb ich bis zum Schluss auch nur noch aufschließen konnte, aber keine Chance mehr hatte auch ihn zu überholen. Ich war mit meinem fünften Platz aber super zufrieden und habe somit die ersten Punkte, beim vierten Anlauf für mich, in Mexiko gemacht.
Zweites Rennen, Sonntag, 15:50
Mein Start war gut und ich konnte mich in der ersten Kurve hinter Gene auf Position zwei setzen. Wir sind dann auch den anderen Seats weggefahren, bis Gene plötzlich langsamer gemacht hat und der Rest des Feldes mir wieder im Kofferraum stand. Ich konnte Gene aber nicht überholen, da mir der Turbodiesel auf jeder Geraden immer wieder drei bis vier Wagenlängen wegfahren konnte, und in den Kurven ist er mir wieder im Weg rumgestanden. In der sechsten Runde war Tarquini dann ganz nah hinter mir und ist mir in der schnellen Links hinten ins Auto gefahren. Ich hab ziemlich gezaubert aber konnte das Auto auf der Straße halten. In der nächsten Kurve hat er mich dann zum zweiten Mal getroffen und mich umgedreht. Ich konnte nach meinem Dreher zwar weiterfahren, aber nur noch als 15. ins Ziel kommen.
Schade, das hätte mein erster Sieg in diesem Jahr sein können. Ich konnte allerdings auf dieser rutschigen Strecke meine ersten Punkte einfahren, was ja auch nicht schlecht war.
Das nächste Rennen ist dann in Marrakesch, worauf ich mich schon jetzt freue, da dies eine neue Strecke für mich und die Meisterschaft ist.
Also bis bald,
Euer Jörg
Aktuelle Fotos in der Galerie: FIA WTCC 2009
Foto: BMW Motorsport
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