Trotzdem habe ich dieses Wochenende wieder richtig genossen und mich wieder mal von der tollen Atmosphäre am Ring anstecken lassen.
Unser Auto für dieses Wochenende war der neue BMW M3 GT4, der sehr nah an einem Serienauto ist. Eigentlich sind nur die Bremsen, Stoßdämpfer und Federn, Kupplung, Auspuff und der Tank geändert. Außerdem wurde natürlich ein Überrollkäfig eingeschweißt und das Auto von innen ausgeräumt. Sonst war das Auto eigentlich so wie es vom Band läuft. Ich war auch in einem sehr interessanten Fahrerteam unterwegs. Ich teilte mir das Auto mit Andy Priaulx und den beiden Sportauto Journalisten Jochen Übler und Marcus Schurig, die schon jede Menge 24 Stunden Rennen auf dem Ring gefahren sind. Das Auto wurde eingesetzt vom Team Schubert, einem der besten und professionellsten Teams auf dem Ring.
Schon Donnerstags hatten wir unser erstes freies Training. Ich habe dieses Training begonnen und bin zwei Runden langsam um die Strecke, da ich einen so genannten Kreisel im Auto hatte. Ein satellitengesteuertes Aufzeichnungsgerät, das uns genau alle Daten zur Strecke geben konnte, das heißt, man kann sehr genau sehen wo es auf und abgeht, wie stark die Kurven überhöht sind und die genaue Länge der Strecke. Das Auto lief einwandfrei und ich habe an Andy Priaulx übergeben. Nach dem Training waren wir Schnellster in unserer Klasse.
Das erste Zeittraining war am Donnerstagnachmittag. Es hatte zwischenzeitlich geregnet und die Strecke war nass. Für uns ging es hauptsächlich darum, das jeder Fahrer seine zwei Pflichtrunden abspulte. Ich war nach Andy, Marcus und Jochen der letzte im Glied und es war schon Dunkel, als ich ins Auto ging. Ich habe meine zwei Pflichtrunden abgespult und bin zurück in die Box um das Licht noch ein wenig korrigieren zu lassen. Anschließend bin ich noch eine Runde auf die GP Strecke raus und das Licht war o.k.. Wir waren 24. Insgesamt, was zeigte, das Regen für uns gar nicht so schlecht wäre.
Im zweiten Zeittraining am Freitagmittag ist nur noch Andy gefahren und hat zwei Satz Reifen miteinander verglichen. Nach zwei gezeiteten Runden waren wir auf Platz 54, aber mit vier Sekunden Vorsprung auf den Aston Martin, Schnellster in unserer Klasse.
Ich durfte den Start fahren und versuchte mich natürlich zurück zu halten. In der ersten Kurve war ich außen und habe allen genug Platz gelassen. In der zweiten Kurve war ich dann ganz innen und als ich am Scheitelpunkt der Kurve war, hat mich von außen ein weißer BMW leicht am Vorderrad berührt. Ich habe mir zuerst nichts dabei gedacht, aber auf der nächsten Geraden habe ich gemerkt, dass das Lenkrad ziemlich stark nach rechts stand. Ich habe gleich die Box angefunkt und mein Problem beschrieben und bin dann auch gleich wieder zurück in die Box. Die vordere Spurstange war verbogen. Die Jungs von Schubert haben in Rekordzeit die Spurstange gewechselt und das Auto vermessen. Nach einer viertel Stunde ging es dann wieder los … natürlich ganz hinten und somit 162er. Ich konnte mich dann wieder bis unter die Top 100 fahren und habe dann an Jochen Übler übergeben, der uns bis unter die ersten 70 gefahren hat. Danach fingen bei uns die Probleme an. Eine Abtriebswelle verlor Fett und musste getauscht werden. Wir waren wieder bis hinter Platz Hundert abgerutscht und haben uns erneut vorgekämpft. Im gesamten Rennen mussten wir vier Mal die Abtriebswellen wechseln, davon einmal in Adenau, weil das Auto dort liegen geblieben war. Nach 24 Stunden waren wir trotzdem unter den Top 50 und in unserer Klasse auf Platz 3. Außer mir hatte keiner von uns eine Berührung und bis auf die Abtriebswellen ist unser M3 ohne Probleme durchgelaufen.
Das Wochenende war für mich wieder mal unglaublich schön. Die Atmosphäre auf dem Ring war sensationell. Eine super konstante und schnelle Fahrerpaarung, ein unglaublich professionelles Team und wunderschönes Wetter tat sein übriges dazu. Wir haben zwar gehofft unsere Klasse zu gewinnen, aber mit einem so neuen Auto im Ziel anzukommen war auch schon mal was. 1000 Dank noch mal an das Team Schubert für die tolle Vorbereitung und den super Einsatz des M3.
Nächstes Wochenende geht es für mich wieder nach Valencia mit der WTCC, wo ich dann versuchen werde mal in beiden Rennen zu Punkten.
Also bis dann,
Euer Jörg
Foto: Marcus Gievers Photography
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