Ich konnte hier in Portugal allerdings nur einen Punkt machen, obwohl da mehr drin gewesen wäre!
Zusatztraining
Da wir hier im Porto im letzten Jahr keine Veranstaltung hatten, gab es wieder ein zusätzliches Training am Freitag. Ich musste mich erst mal wieder an die Strecke gewöhnen. Die schnelle Schikane vor Start und Ziel wurde wesentlich langsamer gemacht, was aber die einzige Veränderung der Strecke war. Ich hatte eine etwas nervöse Hinterachse, was man auf einem Stadtkurs nicht wirklich gebrauchen kann. Am Ende des Trainings war ich Siebter und mein Auto war noch an einem Stück!
1. Freies Training
Auch im ersten Training am Freitag konnte ich die siebtschnellste Zeit fahren. Es war am Anfang an einigen Stellen noch etwas feucht, daher musste ich die ersten Runden etwas vorsichtig machen. Wir haben in diesem Training zwei verschiedene hintere Federpakete miteinander verglichen. Mit der zweiten Abstimmung konnte ich allerdings nur noch eine gezeitete Runde fahren und somit meinem Ingenieur keine vernünftige Aussage mehr geben. Ich war, im Gegensatz zu den Autos um mich herum, mit ziemlich alten Reifen unterwegs, was das Abstimmen noch einmal schwerer machte.
2. Freies Training
Im zweiten freien Training war ich nur noch Zehnter. Die Streckentemperatur war mittlerweile auf fast 40 Grad gestiegen und es war sau rutschig. Wir haben in der Mitte des Trainings noch mal einen besseren Satz Reifen drauf gebaut, aber ich habe keine große Veränderung gespürt. Fürs Zeittraining mussten wir also noch etwas finden.
Qualifying 1
Wir haben das Auto vom Fahrwerk her wieder so wie im ersten freien Training hingestellt. Da war ich mit dem Auto zufriedener, als im zweiten freien Training. Zuerst bin ich wieder eine Installationsrunde gefahren, da wir das "Diff" und das Getriebe getauscht hatten. Im Endefekt ist dann aber wieder alles in die Hose gegangen. Mit meinem ersten Satz neuer Reifen hatte ich schon in der zweiten Kurve ein sehr nervöses Heck. Wenn man so eine Runde anfängt , hat man irgendwie kein Vertrauen ins Auto und kann auch nicht richtig "pushen". Für den zweiten Satz neuer Reifen haben wir darum die Dämpfereistellung noch mal geändert. Ich konnte zwar noch mal vier Zehntel schneller fahren, aber es hat am Ende nur für einen zwölften Platz gereicht und somit war ich für das Top10-Qualifying nicht schnell genug. Das waren recht schlechte Voraussetzungen für das erste Rennen morgen, da man hier in Porto fast nicht überholen kann.
Warm Up
Porto zeigte sich am Sonntagmorgen nicht von seiner besten Seite. Es regnete und so mussten wir zum Warm Up auf eine Regenabstimmung gehen. Auf einem Stadtkurs ist es im Regen immer sehr schwierig, da die Gischt der vorausfahrenden Autos zwischen den Leitplanken stehen bleibt und man sehr schlecht sieht. So konnte ich auch nur eine vernünftige Runde drehen, war aber Vierter und somit schnellster BMW.
1. Rennen
Unser Fahrwerk haben wir wieder so eingestellt wie bei den letzten drei Rennen. Wir hatten zwar gedacht, dass wir bei den letzten Tests noch eine Verbesserung gefunden hätten, aber vielleicht haben uns diese Veränderungen ja auch einen Wurm ins Fahrwerk gebracht.
Mein Start war klasse. Vor der zweiten Kurve haben sich alle innen gehalten und ich konnte außen an Gene und Rydell vorbeigehen, womit ich schon Neunter war. In der Rechtskurve, nach der langen Geraden, gab es dann noch einen Unfall und ich konnte auch an Monteiro und Menü vorbeifahren. Da war ich dann schön in den Punkten auf Platz sieben. Das Rennen wurde dann aber abgebrochen und Monteiro bekam seine Position zurück, womit ich den Restart aus Position acht wieder aufnahm. Augusto bekam dann eine "Drive Through" Strafe, weil er den Unfall von Menü ausgelöst hatte, womit ich wieder Siebter war. Ich bin dann das ganze Rennen hinter Larini festgehangen, der in den Kurven recht langsam war, mir aber auf den Geraden immer wieder wegziehen konnte. Die Chevys waren halt 50 Kg leichter wie wir und da hat man keine Chance. In der letzten Runde habe ich dann Augusto wieder vorbeigelassen, um meinem Team und BMW die Meisterschaftschancen zu bewahren. Ich bin dadurch auf Platz elf und somit aus den Punkten gefallen.
2. Rennen
Ich musste also von der elften Position aus starten. Beim Start konnte ich nur einen Platz gutmachen, da ich hinter vier BMW´s stand, die ja beim Start bekanntlich keine Schlaftabletten sind. In der sechsten Runde haben sich dann Tarquini und Larini in die Wolle bekommen und sind in die Reifenstapel abgebogen, italienische Connection halt. Ich bin dadurch auf Platz acht vorgerutscht. Es gab dann einen Rennabbruch und beim Neustart war ich wieder hinter Andy Priaulx, den ich aber nicht mehr überholen konnte. Somit bin ich als Achter eingelaufen und habe wenigstens einen Punkt gemacht.
Ich konnte dann leider auch aus diesem Wochenende nur einen Zähler mit nach Hause bringen, obwohl viel mehr drin gewesen wäre. Na ja, in Brands Hatch in zwei Wochen werde ich dann wieder angreifen und ich hoffe, dass es da wieder ein paar mehr Punkte werden.
Also bis dann,
Euer Jörg
Foto: bmw-motorsport.com
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