Viel schlimmer aber war, das auch Augusto nur einen Punkt mit nach Freilassing nahm und somit die Meisterschaft für BMW in immer weitere Ferne rückt.
1. freies Training
Wir hatten uns vorgenommen zwei verschiedene hintere Federn miteinander zu vergleichen. Unser erster Run war auf vier Runden geplant, bevor ich wieder rein kommen sollte, um die erste Veränderung an der Hinterachse zu machen. Ich bin allerdings nur zwei Runden gefahren, da die Strecke sehr rutschig war. Nach der Änderung bin ich wieder raus, hab aber immer noch keine 100-prozentige Runde zustande gebracht. Am Ende des Trainings haben wir dann das erste Mal den Windschatten probiert, den ich Augusto im Zeittraining geben sollte. Das hat alles recht gut geklappt und ich konnte Augusto auf die fünfte Position ziehen und mich selber, ohne Windschatten, auf dem zehnten Platz qualifizieren.
2. freies Training
Das zweite freie Training war nur 1 ¾ Stunden nach dem Ersten, also mussten wir uns mit unseren Meetings und der Set-Up Entscheidung etwas sputen. Es war immer noch sehr rutschig und ich konnte nicht wirklich viel über mein Auto sagen. Die Balance war gut, mir fehlte nur der Gripp. Wir haben dann frische Reifen aufgezogen und der Gripplevel war gleich besser. Am Ende des Trainings hab ich noch mal Windschatten mit Augusto geübt. Leider mussten wir die Runde abbrechen, da die rote Flagge raus kam. Ich war nach dieser halben Stunde Fünfter und damit recht zufrieden.
Qualifying 1
Wir mussten gleich mit neuen Reifen raus, da dieses erste Qualifying nur zwanzig Minuten lang war und wir wegen der langen Strecke nur zwei Outings fahren konnten. Ich hab zuerst Augusto einen Windschatten gegeben, was gut geklappt hat. Als ich dann auf meiner schnellen Runde war, kamen die roten Flaggen raus und ich musste meine Runde abbrechen. Wir hatten nach dem Restart noch acht Minuten und ich habe mit meinem zweiten Satz frischer Reifen zuerst wieder Augusto einen Windschatten gegeben. In der zweiten Runde war ich dann dran. Augusto war diesmal vor mir, aber ich hab keine vernünftige Runde zusammengebracht und deshalb hat es am Ende nur für Platz elf gereicht. Ich war somit leider nicht für das zweite Qualifying qualifiziert.
Warm Up
Für das Warm Up haben wir wegen dem geringen Gripp auf der Strecke das Auto etwas weicher gemacht. Außerdem konnte ich das erste Mal mehr als zwei Runden am Stück fahren und so endlich einen vernünftigen Rhythmus bekommen. Ich war diesmal Vierter, womit ich mehr als zufrieden war. Die meiste Zeit hab ich hinter Gene festgesteckt und es ist schon frustrierend wie die Diesel einem in den Kurven im Weg rum stehen und dann auf der Geraden davon ziehen.
1. Rennen
Ich bin beim Start gut weggekommen und konnte mich vor der ersten Schikane schon innen vor Larini einreihen. Der war vor mir gestartet, hat aber den Start wohl ein bisschen verpennt. Beim Anbremsen der ersten Schikane war ich dann hinter Andy Priaulx und hab extra etwas Abstand gehalten um ihn nicht zu berühren. Plötzlich hämmert mir einer vom Gefühl her ungebremst ins Heck, das ich fast Sternchen gesehen hätte. Das war mal wieder mein Freund Larini. Ich hab so langsam das Gefühl, als wüsste der nicht, das wenn an meinem Auto die Bremsleuchten angehen ich auch verzögere. Na ja, der hat mich dadurch natürlich mitten in die Meute geschoben und in den vor mir querstehenden Gene gedrückt. Ich konnte nur noch humpelnd in die Box zurück, da die vordere Stoßstange am Rad geschliffen hat. Mein Auto war vorne und hinten kaputt. Meine Jungs haben das Auto zwar wieder fahrtüchtig bekommen, aber ich hatte keine Leistung mehr und das Auto zog leicht nach links.
2. Rennen
In der Pause haben wir gesehen, dass der Auspuff total gestaucht war und die komplette Anlage getauscht. Ich musste von hinten starten und war nach einigen Runden wieder hinter Larini. Ich hatte das ganze Rennen aber absolut keine Chance den Chevy anzugreifen, weil er mir auf jeder Geraden drei bis vier Wagenlängen abnahm. In der letzten Runde machte er dann doch einen Fehler und ich konnte mit etwas Kraft doch noch vorbei. Es reichte aber nur zu einem enttäuschenden dreizehnten Platz.
Das Schlimme an dem Wochenende war aber, das Augusto sich nur einen Punkt auf sein Konto schreiben konnte und das Seat zwei Doppelsiege landete. So ist unser, aus BMW-Sicht, Meisterschaftsaspirant recht weit ins Hintertreffen gerutscht. Dumm war auch, das er im ersten Rennen von BMWs berührt wurde und dadurch aus dem Rennen geholt wurde.
Ich bin jetzt gerade in Atlanta angekommen, wo ich nächstes Wochenende mit dem M3 GT vom Team Rahal/Letterman ein 1000 Meilen Rennen fahre. Ich teile mir dort beim Petit Le Mans Rennen das Auto mit meinem ehemaligen Teamkollegen Dirk Müller und mit Tommi Milner. Ich freu mich schon wahnsinnig auf diesen Einsatz, da ich nach langer Zeit endlich mal wieder ein Langstreckenrennen in Amerika fahren darf.
Dann bis bald,
Euer Jörg
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Foto: BMW Motorsport
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