Geteilt hab ich mir das Wagen mit Augusto Farfus, meinem Teamkollegen aus der Tourenwaren-WM. Der Hauptzweck dieses Rennens war die Weiterentwicklung unseres M3, der schon in der American Le Mans Serie eingesetzt wird.
Donnerstag haben wir schon am Ring getestet. Augusto hat die meiste Zeit im Auto gesessen, da ich auch erst am Nachmittag am Ring sein konnte. Ich bin dann auch noch mal für ungefähr 15 Runden im Auto gesessen und so weit war alles in Ordnung.
Freitagnachmittag ging es dann das erste Mal mit dem neuen M3 auf die Nordschleife. Das Auto fühlte sich von Anfang an gut an, wir mussten uns beide nur zuerst wieder an den Abtrieb gewöhnen.
Samstag gab es vor dem Rennen noch ein 1 ½ stündiges Zeittraining. Angefangen hat Augusto und ich habe die letzte dreiviertel Stunde übernommen. Wir konnten uns mit dem neuen M3 unter die Top 10, auf Platz neun qualifizieren. Für den ersten Einsatz waren wir damit mehr als zufrieden, zumal wir mit einer um nur zwei Sekunden schnelleren Zeit auf Platz vier hätten stehen können.
Ich durfte den Start fahren. Schon bei der Einführungsrunde hab ich Gänsehaut bekommen. Es war unglaublich, wie viele Fans sich über den neuen M3 auf der Nordschleife gefreut haben und wie viele BMW Fahnen ich in der Einführungsrunde sehen konnte.
Beim Start ist von hinten eine Viper an mir vorbei, die sich aber in Turn eins tierisch verbremst hat und ich konnte wieder innen durch. Nach dem Gewusel am Start war ich Achter und konnte in der nächsten Runde am Manthey- und am Alzen-Porsche vorfahren auf Platz sechs. Durch Boxenstopps bin ich auf Platz fünf vorgekommen und konnte in zwei Runden die Lücke zur Kissling Corvette und einem Audi R8 zufahren. Die Corvette konnte ich niederringen, aber an dem Audi hab ich mir ein bisschen die Zähne ausgebissen. Der R8 ist im Topspeed besser als wir, wodurch das Überholen ziemlich schwer ist.
Ich hab das Auto als Vierter an Augusto übergeben, der einen Top Job machte und mir das Auto nach 1 ½ Stunden wieder als Vierter übergab. Ich konnte den letzten Turn noch richtig pushen, aber nicht mehr an den Porsche von Manthey und an den Phoenix Audi rankommen. Unser Auto funktioniert schon extrem gut, aber bis an die Spitze ist es noch ein bisschen Arbeit.
Das Wochenende hat riesigen Spaß gemacht und ich war von dem Interesse an unserem Auftritt mehr als überrascht. Die Begeisterung die uns entgegengebracht wurde, war einzigartig und unser Auto war immer von einer riesigen Menschentraube umgeben. Hoffentlich wird dieses Projekt im nächsten Jahr weitergeführt.
Nach diesen beiden Auftritten mit dem M3 heißt es jetzt wieder Konzentration auf die Tourenwagen WM. Unser nächstes Rennen ist in Japan, aber vorher wird es noch einen Test geben.
Viele Grüße und bis in drei Wochen,
Euer Jörg
Foto: BMW Motorsport
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